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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Aus für das Berggasthaus „Auerhahn“



Speedy
28.02.2013, 10:44
Und wieder verschwindet ein altes Gasthaus im Harz. Wenn sich niemand findet, wird auch dieses Haus verfallen.

http://www.goslarsche.de/Home/harz/goslar_arid,343409.html

Ich kann mich noch gut dran erinnern, das wir als Kinder dort nach dem Schlitten fahren oftmals einen heißen Kakao bekommen habe, bevor es wieder nach Hause ging.
Schade drum.

Danielix
28.02.2013, 11:39
Schade drum!! Habe dort schon als Kind gerne den tollen Apfelkuchen gegessen. Warum machen die zu? Lohnt nicht mehr oder 'ne Altersfrage? Okay, ziehe Frage zurück! Werde in Zukunft vorher die Links anklicken:D

Goslärsche
28.02.2013, 11:55
Bei der überragenden *Freundlichkeit* die ich vom Betreiber vor einigen Jahren dort als Gast erfahren habe, wundere ich mich, dass es bis jetzt gedauert hat, den Laden hinzukriegen!

Wer aus der Gastronomie kommt... weiß, wieviel Initiative, Arbeit, Arbeitsstunden, Personal, Kosten hochflexibel für ein solches Haus heutzutage erforderlich ist! Darum wird es eher leider keine weitere Gastronomie dort geben. Schade ist es allemal. Damit stirbt wieder ein Stück Vergangenheit, anstatt diese Nostalgie wieder aufleben zu lassen.

Gruß Goslärsche

Goslärsche
28.02.2013, 16:32
Nicht nur alleine ein schönes Wanderziel ist diese Örtlichkeit. Beispielsweise als Motorrad-Treffpunkt ideal gelegen und leider viel zu wenig angenommen (- was aber in den merkwürdigen Betreibern verankert liegen mag). Im Winter als Ziel für Skilangläufer, Rodelgäste usw. Da könnte man so viel machen!
Wer dazu Enthusiasmus und das gewisse Know How hätte, könnte hier sicher viel machen: muss jedoch sicherlich erst einmal ein gutes finanzielles Polster vorlegen, bevor das dort wieder läuft!

Warum sich speziell hier im Harz für solch explizite Objekte keine Betreiber finden... anderswo scheint so was gar kein Thema zu sein. Im Fränkischen, im Schwarzwald, in Bayern, im Spessart... überall gibt es solche Geheimtipp-Restaurationen und auch Bikerpoints - nur im Harz geht alles den Bach runter.

Da werden lieber "neue Almen" aus dem Boden gehauen im Harz...um etwas bayerischer daher zu kommen. Traurig aber wahr. Und hier wird weiter gejammert, dass alle harzerische Kultur verschwindet, Wegeswarten zerfallen, Gastronomie ausstirbt.

Gruß Goslärsche

PS: Der "Rinderstall" ist leider auch ein solches Objekt, das gastronomisch neu zu vergeben ist. Wobei dort hatten die bisherigen Wirtsleute eine tolle Gastronomie mit harzerischer Gemütlichkeit in einer urgemütlichen Gastlichkeit. Im Sommer mit großem Außenbereich... nur für Wanderer, Mountain- oder Freizeitbiker. Nicht mit dem KfZ zu erreichen!
Cafe Goldberg - ein gutes Beispiel für funktionierende Gastronomie außerhalb der Stadt. Doch die Initiative, die dort eingebracht wird, müsste auch für ein Haus wie den Auerhahn sein; sonst wird das Haus, da an der B241 gelegen, mit Parkplätzen, wo Wanderer ihr Laufziel beginnen/beenden, Motorradfahrer zu Hauf in den Sommermonaten vorbeifahren (statt magnetisch angelockt zu werden zum Einkehren) leider für die Zukunft sterben.

Andreas
13.02.2016, 10:23
Noch existiert die Website, habe sie sicherheitshalber mal gespiegelt, bevor sie dann irgendwann weg ist.

http://www.berggasthaus-zum-auerhahn.de

Speedy
28.05.2016, 15:21
Heute bin ich am Auerhahn vorbei gekommen.
Dort steht jetzt eine Schild "zu Verkaufen"
Ich Trottel habe natürlich mal wieder keine Fotos gemacht.

Trichtex
30.05.2016, 19:52
Moin Uwe!


Ich Trottel habe natürlich mal wieder keine Fotos gemacht.

Nun mach' Dich mal nicht kleiner, als Du bist: Ich habe Samstag vor acht Tagen unmittelbar davor angehalten, um eine möglichst große Verkehrslücke abzupassen, damit ich den Auerhahn 'runter freie Fahrt habe. Mir ist noch nicht mal das Schild aufgefallen.

Viele Grüße,

Gunther

märklinist
31.05.2016, 09:33
Hallo in die Runde,

Vor allem im westlichen Teil des Harzes geht es weiter bergab, gastronomische Betriebe, aber andere schließen aus Altersgründen und weil sie keine Nachfolger finden, viele aber müssen schließen, weil das Unternehmen nicht mehr floriert. Gerade erst am Sonntag war mir eine DVD in die Hände gefallen, die ich selbst gebrannt hatte, mit dem Titel TV 2015 Der Harz. Es ist eine 45 minütige Reportage, wo Touristen befragt worden, was sie vom Harz halten. Das Ergebnis war erschreckend, sowie alles veraltet, die Zeit ist stehen geblieben, der Charme der sechziger und siebziger Jahre lässt grüßen usw., dies waren Aussagen zum Westharz. Deutliche bessere Kritik bekam der Ostharz, denn da wurde ja Anfang der neunziger Jahre so gut wie alles neu gemacht oder saniert und renoviert, den westlichen Harz hatte man vernachlässigt, so auch die Eigentümer und Pächter ihrer Immobilien. In einigen Harzorten bekommt man Häuser für einen Preis von knapp unter 30.000 € und sogar noch weniger wofür man in Hamburg gerade mal einen PKW Stellplatz kaufen kann. Die Preise sind verlockend, das Leute die Immoblien kaufen würden, aber die sind sehr vorsichtig, was die weitere Zukunft des Harzes und seinen Tourismus betrifft. Erschwerend kommt hinzu, das die Schneesicherheit in den Wintermonaten bis in hohe Lagen im seltener wird und Alternativen zum Winrtersport findet man kaum. Der Westharz so heißt es in der Doku ist in einem tiefen Dornröschenschlaf gefallen und ein Ende ist derzeit in Sicht. Ein weiteres Problem ist, das die Harrzregion sich in drei Bundesländer teilt, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, dies erschwert Vorhaben den Harz wieder nach vorne zu bringen in Sachen Tourismus. Und zudem kommen noch viele Landkreise und Kommunen, jeder kocht sein eigenes Süppchen. In Sachen Schneesicherheit gehen Klimaexperten davon aus, das es bis zum Jahr 2030 bis in Höhen von 1000 Metern im Harz keine geschlossene Schneedecke mehr geben wird,und auch das Schneekanonen dann auch ihren Sinn verloren haben, weil die Temperaturen einfach zu hoch sind.

Wie man sieht gibt es mehere Faktoren an denen angesetzt werden muss, aber da es nichts umsonst gibt, kostet dies leider sehr viel Geld. Viele Bürger aus dieser Region unter 50 Jahren sind bereits abgewandert, so das eine überalterte Gesellschaft zurückbleibt, mit entsprechenden Folgen.

In diesem Sinn
der märklinist

Trichtex
29.06.2016, 21:52
Moin!

Bei der heutigen Moppedtour habe ich mal drauf geachtet. Der Auerhahn ist immer noch zu haben.

Viele Grüße,

Gunther

Trichtex
01.06.2017, 22:51
Moin!

Nachdem ich vor einer Woche beim Vorbeifahren kein "zu verkaufen"-Schild mehr sah, habe ich gestern mal genauer hingeschaut: Es hängt tatsächlich keines mehr dort. Entweder ist der Verkauf vom Tisch, hat bereits stattgefunden oder es läuft auf andere Aktionen (Zwangsversteigerung, Abriss,...) hinaus.

Viele Grüße,

Gunther

märklinist
02.06.2017, 10:25
Und es werden immer weniger Waldgaststätten, Ausflugslokale etc. wo so mancher Wanderer Rad-, Motorrad- und Autofahrer mal einkehren könnte um sich zu stärken. Bedauerlicherweise ist manches Anwesen in den letzten Jahren den Flammen zum Opfer gefallen oder es geht nicht mehr weiter, aus Altersgründen in Verbindung, weil ein geeigneter Nachfolger fehlt. So wird nach und nach der Westharz immer unattraktiver für Touristen aber auch Einheimische. Gerade erst vor kurzem lief ein Beitrag im TV, wo ein Unternehmer sich über lahmes oder gar nicht vorhandenes Internet beklagt. Mir fällt es im Moment nicht ein, wo das Gasthaus am Waldesrand steht, auf jedenfall war es im Westharz, nähe Oderbrück vielleicht? Auf Anfrage bei der Telekom erhielt er einen Kostenvoranschlag von sage und schreibe knapp einer Million Euro. Das kann der relativ junge Unternehmer natürlich nicht stemmen, weitere Nachfrager gibt es dort in der Gegend wohl kaum. So hinkt der Mann weiter der Zeit hinterher und potentielle Gäste kann er somit nur sehr schwerlich gewinnen auf die alt hergebrachte Art und Weise. Natürlich spricht sich sowas auch rum, denn das verschreckt mögliche Interessenten und die wählen dann lieber eine andre Region, wo die "Zeit nicht stehen geblieben ist".

Gruß aus BS
der märklinist

Harzer06
05.06.2017, 18:17
Das war bei einem Gastronomiebetrieb in einer der Skihütten von Oderbrück. Kilometerweit von der nächsten Infrastruktur entfernt. Mehrere km Leitung durch den Nationalpark zu legen, könnte tatsächlich die genannte Million kosten. Soll es wirklich der allgemeine Telekommunikations-Gebührenzahler subventionieren, daß auch in die hinterste Waldhütte Internet kommt? Man wird doch wohl auch mal einen Wandertag ohne Smartphone-Gedaddel überstehen können. :D

Übrigens, bei der Schiefergrube Glockenberg hat man so eine "Streu- und Splittersiedlung" entmietet und abgerissen.

G´Auf
Harzer06