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Wolfgang
28.04.2013, 09:56
Das Geheimnis der >Görgweg-Siedlung<

Im rechten Winkel nach Osten von der K 32 nach dem Ortsausgang Goslar an der ‚Alten Schäferei’ abbiegend, verläuft der Görgweg schnurgerade nördlich des übermannshohen Maschendrahtzaunes des ehemaligen ‚Fliegerhorstes’ durch das Waldstück „Grauhöfer Holz“ und stößt kurz seinem Ende und Verlassen des Waldes auf eine „Mini-Siedlung von sechs Häusern in unterschiedlicher Größe. Diese Gebäude tragen sogar Hausnummer. (= Es muss ja schließlich alles seine Ordnung haben!)
Es entsteht der Eindruck eines „Dornröschenschlafes“ des Vergessenseins dieser Siedlung im Walde. Daran hat auch ein zeitweilig angesiedelter Handwerksbetrieb der Holzverarbeitung nichts ändern können. Man könnte fast geneigt sein zu sagen, dieses sei ein Ort, wo „Fuchs und Hase sich ‚Gute Nacht’ sagen.“-
Die Entstehung der Siedlung ‚verläuft’ sich ein wenig im Dunkel der lokalen Historie der 30er-Jahre des 20. Jahrhundert: Wenn man jedoch Karten dieses Gebietes etwas genauer und intensiver betrachtet vor dem Hintergrund von mündlichen Aussagen von Zeitzeugen, so kommt man – was die Entwicklung anbetrifft – zu überraschenden Rückschlüssen. Zunächst ist man ein wenig über die gewesene Straßenverbindung vom eigentlichen Fliegerhorst zu dieser lieblichen Waldsiedlung (= Haus Nr.3) erstaunt.
Baugesetze, die das Errichten von Wohnhäusern in einem Außenbereich untersagten, gab es damals offensichtlich noch nicht. Es kann aber auch sein, dass man das gesamte Grauhöfer Holz bis zur heutigen K 1 – die Brunnenbetriebe extern beließ – zum Baugebiet „Fliegerhorst“ erklärte. Für diese Annahme spricht auch, dass man mit Fortdauer des Krieges in Schneisen des Waldes von der Kreisstraße 32 her Flugzeuge zwischen den Bäumen versteckte:. (= So berichtete einst August Lade, als Wehrmachtsangehöriger zum technischen Dienst auf dem Fliegerhorst Goslar abkommandiert.)
Der ‚Umbau’ eines zivilen Flugplatzes zu einem Fliegerhorst der Wehrmacht benötigte nicht nur eine Kommandantur mit Verwaltungs- und Wirtschaftsgebäuden. Ebenso wichtig waren Offiziers- und Mannschaftsunterkunftsgebäude.
Für die Annahme, dass die Häuser der sogenannten >Görgweg-Siedlung< zum Fliegerhorst gehörten, spricht einerseits, dass sie nach dem Ende des II. Weltkrieges neu aufgebaut werden mussten, weil sie bei dem Luftangriff auf den Fliegerhorst im Sommer 1944 zerstört worden und unbewohnbar geworden waren und dass andererseits sie ihre Elektro-Anschlüsse vom Fliegerhorst her hatten. (Zeitzeuge Reinhard Oppermann, der junger Elektriker bei den Installationsarbeiten zugegen war.)
Eine im INTERNET abgedruckte Karte vom Norden Goslas (http://www.relikte.com/goslar/index.htm) zeigt die gewesene Verbindung zum militärischen Bereich des Fliegerhorst deutlich an; Auf der amtlichen Stadtkarte von Goslar ist sie ebenfalls
deutlich zu erkennen.