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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Paul Gerecke - Das Haus der Geschenke



Frank
04.03.2010, 16:36
http://www.goslarer-geschichten.de/images/threadthumbs/gerecke.jpg
Ein Märklin Katalog von 1938/39

Andreas
04.03.2010, 17:36
Wow,

das nenne ich mal ein echten Klassiker!
Von Gerecke gibt es viel Werbung, die waren auch immer im Bergkalender vertreten...

:gg:

Frank
04.03.2010, 17:54
Ich habe aber den ganzen Katalog.

joachim-fricke
04.03.2010, 19:31
Hallo,

schön das Titelbild von dem Wiener Maler Josef Danilowatz: http://de.wikipedia.org/wiki/Josef_Danilowatz

Viele Grüße

Joachim

Andreas
20.03.2010, 12:39
Werbung aus einem alten Bergkalender

Susanne-K.
29.01.2012, 09:07
Paul Gerecke - Porzellan, Kunstgewerbe, Lederwaren, Reiseandenken

Geschäft seit 1911 (übernommen von Reinhold Meyer, Fa. Grimme)
- Glas, Porzellan, Hausrat, Beleuchtung, Spielwaren -

geschlossen/aufgegeben seit: ???

Firmensitz: Fischemäkerstr. 9 // Filiale/Bürohaus seit 1966: Haus Nr. 5a (gegenüber dem Hauptsitz)
Fersprech-Nr.: 2245

ab 1923 wurde das Geschäft zu einem Haushaltswarengeschäft ausgebaut
1952 - Einweihung eines größeren Umbaus. Dieser wurde 1958/59 nochmals erweitert.
In der Nacht auf Pfingstmontag im Jahr 1965 kam es zu einem Brand in der Fischemäkerstr. 5a, in der gerade im Ausbau befindlichen Filiale des Haushaltswarengeschäft "Paul Gerecke". Entstandener Schaden: DM 60.000,--

Im Jahr 1971 gab es Gerecke noch (siehe Telefonbuchauszug von 1971)
Firmenanschriften nach wie vor Fischemäkerstr. 9 + 5a (Filiale)

7422



Telefonbucheinträge im Jahr 1955 (die Filiale in Haus Nr. 5a gab es zu dem Zeitpunkt noch nicht)

7445

7446




Datum der Werbeanzeige ca. 1920

1413


Hinweise
Fischemäkerstr. 9 = heute Foto Keller
Fischemäkerstr. 5a = heute Deichmann
In der Fischemäkerstraße sind die Hausnummern fortlaufend und oft auch zusätzlich mit "a" erweitert (1, 1a, 2, 2a....)

Quelle:
Buch "Nun muss sich alles wenden"

georgenberger
26.02.2012, 13:47
In der ersten Etage gab es u.a. Spielwaren. Wenn man die Treppe hochkam, dann lief man direkt aus eine Vitrine mit Wiking-Autos zu. Dort habe ich oft gestanden, geschaut und manchmal auch gekauft. Neben F.W. Ueckermann war hier mein bevorzugtes Geschäft für meine kleinen Wünsche.

Am liebsten habe ich aber bei Herrn Uekermann gekauft. E rverstand es auf unnachahmliche Weise auch kleine Kunden immer freundlich und zuvorkommend zu bedienen, auch wenn das Objekt meiner Begierde nur 60 oder 80 Pf. gekostet hat.

märklinist
17.07.2012, 10:08
Weihnachten 1970 bekam ich eine elektrische Eisenbahn, das war wars, damals allerdings noch nicht Märklin. Ich glaube es war Lima und Fleischmann. Und natürlich war man begeistert von den Schauanlagen, die bei Gerecke in seiner Zeit im Schaufenster standen und die Züge ihre Runden drehten. Damals fand ich Gerecke wesentlich besser, als Hottenrott. Jede Mark habe ich in Schienen investiert, denn man wollte ja eine Anlage mit den Fahrmöglichkeiten schaffen, wie die im Schaufenster.
Stundenlang hat man sich die Nase an der Schaufensterscheibe plattgedrückt und die Füße wurden kalt.
Weiter kann ich mich erinnern, ich hatte eine blaue Ellok (heutige Zuordnug E 184 Vierstromeuropalok). Diese hatte ich mit Revellfarbe "neu gestaltet". Ich kam darauf, in Goslar sah man die ersten Waggons im Bahnhof, die in türkis-beige lackiert waren. Ich wollte ja mit der Zeit gehen und übermalte die Lok in irgendeinem Beigeton und ließ unten einen kleinen blauen Streifen. Das Ding sah schrecklich aus, und dann lief sie nicht mehr. Also Lok eingepackt und ab nach Gerecke. Der Verkäufer Heinrich Brandt (später mein Ausbilder bei Hottenrott), staunte nicht schlecht, als ich das Unikum auspackte. Auch ein weiterer Kunde stand mit am Tresen, den ich später bei Hottenrott als Herrn Feyerabend kennenlernte, dieser freundliche Herr repariete Lokomotiven. Herr Feyerabend dachte auch, er seih im falschen Film als er die Lok sah und dann kam sein Spruch dazu: Die sieht ja aus, wie ein Möbelwagen von 1939. Jedenfalls war mir dann die Reparatur zu teuer, da ich ja nur ein schmales Taschengeld bekam. Ich musste eine Weile warten, bis der Neffe meiner Mutter zu Besuch kam, der war Elektroingenieur, der setzte die etwas kurios aussehende Lok wieder in Gang.

Dann gab es mal einen Legobauwettbewerb bei Gerecke. Ich baute damals aus Legosteinen die Grundschule Jürgenohl nach. Ich glaube das war irgendwann im Verlauf 1971. Sogar einen Preis hatte ich gewonnen, war mit unter den ersten 10. Mein Preis war, meine ich, eines der ersten Legotechnikkästen.

Das mit Lego hatte ich anscheinend nicht verlernt. Als ich selbst Vater war und mein Sohn im Kindergartenalter war, baute ich für ihn ein Legomodell. Seinerzeit wurde da in irgendeiner Zeitschrift mit geworben und wir schickten dann das Modell dort hin. Ergebnis dritter Platz und mein Sohn bekam eine große Legoburg.

Ich glaube ich war damals ziemlich traurig, als Gerecke zu machte, seinerzeit ging ich ungern nach Hottenrott, da war es immer so dunkel. Die Spielwarenabteilung bei Gerecke war groß ausgelgt in der ersten Etage. Wenn man die Treppe hoch kam, ging es links in die Modellbauabteilung und rechts, war ein Raum, wo die Puppenwagen uä. standen.

Eigentlich weiß ich bis heute nicht, was der Grund damals für die Schließung von Gerecke war. Vielleicht gibt es ja Zeitzeugen, die mir da eine Antwort geben können.

Die übermalte Lok wanderte dann später in die Mülltonne und ich bekam eine neue. Leider habe ich von der übelzugerichteten Lok kein Bild.

Gruß aus BS
märklinist

Monika Adler
17.07.2012, 18:15
Maerklinist, Danke vielmals fuer die Beschreibung der Innenwelt von Gerecke. Ich habe auch erst hier wieder gelernt, wie das Geschaeft hiess. Zu meiner Kindheit waren meinBruder und ich naehmlich nur in der Kaelte vorm Fenster, wenn diese herrliche Bahn
da rumfuhr. Das war so Mitte der 50iger. Gruesse, Monika

märklinist
18.07.2012, 09:48
Maerklinist, Danke vielmals fuer die Beschreibung der Innenwelt von Gerecke. Ich habe auch erst hier wieder gelernt, wie das Geschaeft hiess. Zu meiner Kindheit waren meinBruder und ich naehmlich nur in der Kaelte vorm Fenster, wenn diese herrliche Bahn
da rumfuhr. Das war so Mitte der 50iger. Gruesse, Monika

Hallo Monika,
leider, leider in der Vorweihnachtszeit 1977 bis Januar 1978 hatte Hottenrott letztmalig eine große Modellbahnanlage (ich glaube es war Märklin) im Schaufensterbereich Hokenstraße.

Ja, mit den kalten Füßen, das war schon was, es ist und war ja in Goslar immer so naßkalt im November/Dezember und viel Nebel gab es immer. Aber was tut man nicht alles, um seinen Hobby nach zu gehen.
Leider ist das Wetter ja auch in diesem Jahr so schlecht, unser Sommer gleicht eher einem zu mildem Winter, viel Regen, Wind und graue trübe Tage und das im Juli.

Gruß aus BS
märklinist

märklinist
23.10.2012, 12:27
hallo nochmal
mit 6 jahren meine erste märklin bekommen. da war bei gericke noch einer der hat dieloks repariert , da hab echt stundenlang gesessen und ihm zugeschaut . zwischendurch noch eine mä.gewonnen. als ich 10 war lief meine anlage dann so ,wie bei gericke im schaufenster ,automatisch mit schaltgleisen -- was aber doch irgendwie keinen spass machte . mit 14 hab ich dann einen trix VT 08 auf märklin zum laufen gebracht -für insider einen piko SVT hamburg . ich musste öfter mal lüften ,weil ein seleengleichrichter hoch gegangen war . heute bekommt man alles gegen ca 30 euro im handel . reparieren ?? geht nicht mehr , bauteil neu kaufen. löten so wie früher geht nicht mehr , alles schön klein --bei N ok --- aber ansonsten -------------

Glück Auf Uwe

Hallo,
ich sehe hier ist ein Kenner der guten alten Märklineisenbahn zugange. Ich war 9 Jahre, da bekam ich eine Lima Startpackung H0 und von meinem Onkel den roten Schienenbus mit Beiwagen von Märklin. Art. Nr. war glaube 3095. Leider lief der der Schienenbus nun mal nicht auf der Lima Eisenbahn, und schlimmer noch er verursachte einen Kurzschluss und die beiden Limalokomotiven standen still.
Also nach Weihnachten 1970 auf zu Gericke und nachgefragt. Damals für mich noch unverständlich Märklin= Wechselstrom, Lima = Gleichstrom, beides zusammen geht nun mal nicht. Der freundliche Verkäufer bei Gericke erklärte mir, das ich Fleischmann nehmen könnte. Und so wuchs die Bahn immer weiter, zuerst im spärlichen Zimmer, später dann im Keller. Immerhin zählten bis 1978 gut 30 Lokomtiven zu meinem Besitz plus viel Zubehör.
Irgendwann war ich dann halbwegs so erfahren, das ich meine Lokomotiven oft selber wieder zum laufen brachte.Die Gleise wurden mit Reinigungsbenzin wieder blank gemacht, der Kollektor des Motorankers wurde genauso gereingt um den Abrieb der Kohlestifte los zu werden. Mit einer feinen Nadel wurden die Fusseln aus dem Inneren und den Radsätzen entfernt, und dann ging die Chose wieder.
Erfinderisch war ich auch bei den nachteiligen Gleisfiguren einer Gleichstrombahn. Statt aufwendiger Schaltertechnik, nahm ich einfach einen zweiten Trafo, der den zweiten Stromkreis zum Beispiel in einer Kehrschleife übernahm. Dazu wurden die Schienenpole beidseitig an zwei Stellen isoliert mit Kunststoffgleisverbindern.
Wie ich volljährig war ruhte mein Hobby aus Platz- und Zeitmangel, ich verkaufte alles, den Erlös setzte ich zwei Jahre später (Anfang der 80 ziger) ein für eine Bahn der Spurweite N ein. Immerhin ein Gleisbild in H0, das eine Länge von 2 Meter hatte, entsprach in N etwa 4 Meter. Zuerst enstand die erste Anlage in einem leeren Kinderzimmer, später musste diese wegen Nachwuchs in den Keller ausweichen. Die Wahl war gut, auf 20 qm konnte ich mich austoben. Viel Geld hatte ich investiert, Lokbestand damals kurz vor dem Verkauf der Anlage in den neunzigern etwa 130 Stück und einiges an Zubehör wie Waggons in großem Maß.
Der Verkauf hatte mehere Gründe- Wohnortwechsel, ständige technische Probleme mit der relativ kleinen Bahn, die Laufeigenschaften waren schlecht vorallem wegen des Kellers speziell in der kalten Jahreszeit. Ausgaben an andrer Stelle waren nötig.
Aber es ging schnell wieder aufwärts, einen stattlichen Restbetrag hatte ich ja noch. Dann folgte mein Traum, eine Märklin Eisenbahn, bis heute in Betrieb, bzw im Aufbau. Digital und analog von einander getrennt soll es mal laufen. Ideen hat man ständig neue.
Allerdings in Deutschland sind Märklin oder andere Hersteller von 3 Leiter Wechselstrombahnen deutlich zu teuer, man muss sich im Ausland um schauen oder auf gute gebrauchte setzen. Ein Beispiel den ICE 3 von Märklin bot bei uns ein Händler für 399€ an, wenig später sah ich bei einem anderen Händler den Zug als Startpackeung für 290€. Zugriff, was sonst, billiger kann man es nicht bekommen. Ein weiteres Schnäppchen machte ich in Belgien auch ein ICE 3, allerdings von Piko AC. Für 99€ beim Händler dort gekauft, ursprünglich wollte er 129€ dafür haben, wohl gemerkt Neuware aus einem Fachgeschäft. Es war Adventszeit und ich schaute mich in BS um und sah in dort in einem Laden für 209€, auf Anfrage ob was beim Preis zu machen ist, bot er mir schließlich den Preis von 179€. Mit den Worten, ich überlege es mir, verließ ich den Laden. Und sicherlich hat der belgische Umnternehmer auch verdient, was er da einbüsst, schlägt er auf andere Artikel wieder drauf.
Eine ähnliche Preispolitik hätte bestimmt auch in Goslar bestimmte Firmen vor dem Aus bewahrt. Kurzfristige deutliche Preisnachlässe auf ganz wenige aber gefragte Artikel kurbeln das Geschäft an, mehr Kunden kommen, die machen natürlich auch Zusatzkäufe, der Laden brummt.

In diesem Sinne
Grüße aus BS
märklinist

märklinist
22.04.2014, 12:17
Über Gerecke kann ich nur postives sagen, obwohl ich das Geschäft nur aus Kindheitstagen kenne und das dortige Verkaufspersonal immer freundlich war. So einige vom Verkaufspersonal kamen nach der Schließung bei Hottenrott in der Bäckerstraße unter. Einige waren später als "Stift" dann meine Vorgesetzten, bzw. Weisungsbefugte.
Gruß
der märklinist

Systemcoach
25.01.2015, 08:43
Ein kleiner Nachtrag zur Firma Gerecke: Ein Katalog aus dem Jahre 1970 /71 oben rechts in der Ecke der Stempel (unten noch mal vergrößert eingefügt). Produkte von Rivarossi gab es bei den Wettbewerber nicht.


12598

A.C.
11.05.2015, 13:46
War ein Laden wie man ihn heute wohl nicht mehr finden würde. Gemessen an Größe. Zumal es ja Einzelhandel war.
Unten war u.a. Porzellan, Geschirr, Tiingeltangel, Steh-im-Weg, usw.
Über die knarrende Holztreppe mit grauem Linoleumbelag ging es nach oben in die Spielwarenabteilung.
Ich hatte Ende der 60er bis Mitte der 70er Jahre erst eine kleine Märklin-Eisenbahn, was mir bei meinem knappen Taschengeld irgendwann zu teuer wurde. Es folgte eine Rennbahn von Faller. Mit Steilwandkurven, Looping und mehreren Autos. Carrera war zu teuer.
Man bekam so ziemlich alles, was man sich zur Erweiterung der Bahn wünschte. Immer wieder wurde eine neue Strecke gebaut, was für mich mit den meisten Spass bereitete. Die Autos wurden mit Rallystreifen bemalt, Startnummern aufgetragen (Abziehbilder?).
Hottenrott war mir zu dunkel und verwinkelt.
Mit den ersten Mädchen und dem damit verbundenen Zeitaufwand verschwand die Bahn irgendwann auf dem Dachboden meiner Eltern.
Geile Zeit!