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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Zinkhütte Oker



Andreas
20.04.2010, 19:43
Die Bilder habe ich bereits vor 3 Jahren gemacht. Da es zur Bahnseite keinen Zaun gab, bin ich mit einem Bekannten natürlich auf das Gelände ...
... man wollte uns doch tatsächlich verhaften. Gut, dazu kam es nicht und man hat uns nach kurzer Erklärung zu einer Werksbesichtigung eingeladen.

Hintergrundinformationen zur Hütte kann uns bestimmt Joachim liefern.

joachim-fricke
21.04.2010, 20:09
Hallo Andreas,

tolle Fotos. Hier mein Beitrag zur Zinkhütte:

http://www.technikmuseum-online.de/homepage_dateien/beitrag_8.htm

Viele Grüße

Joachim

Haverlahwiese
03.03.2011, 21:39
Joachim und ich hatten 2004 mal eine Fotosafari mit Zustimmung der damaligen Geschäftsführung unternommen.

Andreas
24.12.2011, 07:41
Hallo,

da ich nun schon mal vor Ort war, konnte ich es mir nicht nemhmen lassen - ich musste rein ...

Speedy
24.12.2011, 09:40
Die Instrumente sind aber auch nur noch für das Museum geeignet.

Haverlahwiese
24.12.2011, 13:25
Sind die Fotos in der ehemaligen Messtechnischen Werkstatt entstanden? Ich war dort als Lehrling, als ich alle Betriebsteile durchlaufen musste (1987). Es gab dort einen großen Tresor, in dem der Platindraht der kaputten Thermoelemente eingelagert wurde, die wir damals aus den Zinköfen bergen mussten. Über die Mengen wurde peinlichst Buch geführt.

uwe unten
17.02.2012, 20:30
hallo
hab dort von 71-74 gelernt . die messwerkstatt war gegenüber der e-werkstatt ,hab da alles durchlaufen dann kennen wir ja sicherlich einige kollegen . einen hab ich letzte woche getroffen jetzt75

glück auf uwe

Andreas
10.12.2013, 07:01
Die Symmetrie spricht ganz klar für Adolf Nazi Architektur. Architekten müssten wie auch am Rammelsberg Schupp und Kremmer gewesen sein.


Quelle leider unbekannt, sollte irgendwer das Urheberrecht an dem Bild für sich beanspruchen, bitte melden.

uwe unten
11.12.2013, 23:45
hallo
andreas , das ist nur ein modell aber stimmt ,muss wohl wegen der fahnen aus der zeit sein . 20 tage lager ,vorn das grosse gebäude , mischhaus ost / west , die ofenhäuser ost/west in der mitte das kesselhaus bzw die kraft zentrale mit drei generatoren zur stromerzeugung , dahinter die kauen und hütten büros . was noch fehlt weiter rechts die werstätten ,magazin , rösthütte , kontaktanlage für h²so und das tauhaus .

Glück Auf Uwe

Hamsterecki
19.01.2015, 10:56
Hallo Andreas
Habe ca. 4halb Jahre in der Messwerkstatt gearbeitet 1973-1976. der vorgesetzter war Bochers und noch einen ,kann leider mich nicht mehr an den nahmen erinnern,die mit arbeiter waren Schilling,Oberdick,Walter Kramp .und noch andere kann mich leider nicht erinnern.
Es war eine schöne Zeit da zu arbeiten,wenn man die aufnahmen sieht ,hätte man die werkstatt als Museum lassen können.

Die besten Grüße Eckhardt Hartwich Glück Auf!

Goslärsche
21.01.2015, 17:26
Natürlich ist die Zinkhütte -richtigerweise Zinkhütte Harlingerode- ein entscheidender Teil des damaligen "Rammelsberg-Projektes" gewesen.
Die Autarkiebestrebungen der NSDAP hatten 1935 ein Großprojekt zum Ausbau und Modernisierung der Erzgewinnung und Verarbeitung, sowie der Metallerzeugung ins Auge gefasst. Nach kurzweiligen Planungen wurde das sog. "Rammelsberg-Projekt" genehmigt und umgesetzt. Dies beinhaltete die Verdopplung der bisherigen Roherzförderung, den Bau einer komplett neuen Erzaufbereitungsanlage am Rammelsberg (Flotation), die Vergrößerung der Blei-Kupfer-Hütte in Oker sowie den Bau einer völlig neuen Zinkhütte in Harlingerode.
Der architektonische Auftrag ging, ebenso wie der für die Aufbereitungsanlage am Rammelsberg, an die Architekten Schupp & Kremmer (von deren Reißbrett u. a. auch die Zeche Zollverein stammt; die nach dem Rammelsberg ebenfalls in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen wurde).
Im August 1935 wurde eine Kostenschätzung von 29 Mio. RM angesetzt für das Projekt. Davon entfielen 4 Mio. auf den Bau einer Aufbereitungsanlage, die übrige Summe für den Bau einer neuen Zinkhütte in Harlingerode. Damals (wie heute) wurden diese Aufwendungen allerdings um ein Vielfaches übertroffen...
Sinn und Ziel diese Projektes war die Autarkie der damaligen Regierung für die bevorstehenden Kriegsvorbereitungen.
Wer sich nicht mit dem Projekt befasst hat, mag nicht wissen, was uns der Rammelsberg und die Hütten damals beschert haben. Nicht nur woanders. Nein, mitten in unserem Städtchen, am und um unseren Schicksalsberg, spielte sich die Macht der Regierung der damaligen Zeit ab.
Streit um den Berg Machtbesessener bzw. jener, die meinten, er gehöre ihnen und derer, die ihn haben wollten, besser gesagt: Streit um seine tief in ihm verborgenen wertvollen Schätze, gab es seit ehedem. Seit die ersten Funde entdeckt wurden, was allerdings nicht 968 so war, wie die schöne Sage des Ritter Ramm beschreibt, aber dennoch über -wie man heute weiß- über 3 Jahrtausende mehr oder weniger währte. So auch in den Mittdreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts.
In einer atemberaubend kurzen Bauzeit wurde das "Rammelsberg-Projekt" verwirklicht. 1937 ging die Gesamtanlage in Betrieb.
Die nicht von der Hand zu weisenden prachtvollen Bauten lassen deutlich die Handschrift der Architekten Schupp & Kremmer erkennen. Der Bau der Zinkhütte Harlingerode ist ähnlich den weiteren roten Backsteinbauten der Architekten. Die Aufgabenstellung für die Gebäude der Aufbereitungsanlage am Erzgewinnungsort waren etwas andere, als die vielfach verwendeten roten Backsteine. Allerdings die Symmetrie wird auch hier strikt eingehalten, ebenso wie das am o. abgebildete Modell ebenfalls deutlich ist. Die persönliche 'Handschrift' des Fritz Schupp ist unverkennbar an seinen architektonischen Werken. - Soweit bekannt, waren die beiden Architekten übrigens keiner Partei zugehörig.

Glück auf,
Goslärsche