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Andreas
16.02.2010, 10:23
http://www.goslarer-geschichten.de/images/threadthumbs/hottenrott.jpg

Ergänzend zum Thema "Hottenrott Stahlhandel" möchte ich diesen Beitrag dem Einzelhandelsgeschäft widmen.
Obwohl uns allen Hottenrott noch ganz präsent und gut in Erinnerung - ist im Internt kaum etwas über die Firma "Heinrich Hottenrott" (Einzelhandel) zu finden.

Heinrich Hottenrott
Glas- und Porzellanwaren
Hauptgeschäft: Bäckerstraße 104
Filiale: Hildesheimer Str. 9
3380 Goslar

gegründet: 1859
Firmenstandort: Haus Alberti (Ecke Petersilien- / Bahnhofstraße)
1864 Umzug in die Bäckerstraße 104, wo das Geschäft bis zu seiner Insolvenz blieb.

Im Buch "Emilie - ein leiser Abschied" wird erwähnt, dass Hottenrott im Mai 1887 als erstes Unternehmen in Goslar einen Telefonanschluß erhielt.
(Der Reklameanzeige können wir entnehmen, dass die Fernsprechnummer 11 lautete)

Insolvenz:
Die Konkursverfahren gegen die verschiedenen Hottenrott-Unternehmungen (Einzel-, Groß- und Stahlhandel sowie die Holding) wurden am 01.01.1999 eröffnet.
Hottenrott war in Zahlungsschwierigkeiten geraten, nachdem die Banken nach wirtschaftlichen Turbulenzen innerhalb der Holding den Pool-Vertrag gekündigt hatten.
Die Einzelhandelsimmobilie wurde Herrn Tessner zum Kauf angeboten.
Quelle: http://www.goslarsche.de/Home/harz/artkel-archiv_arid,14384.html

Hottenrott wurde danach als "Neue Hottenrott GmbH" unter neuer Flagge weitergeführt, bis dann im Jahr 2009 eine erneute Insolvenz folgte und das Geschäft dann endgültig und für immer am 30.06.2009 nach 150 Jahren seine Pforten schloß.

Wobei für mich ganz persönlich die Ära "Hottenrott" mit der Insolvenz im Jahr 1999 endete. Danach - das war nicht mehr der Hottenrott den ich kannte und in Kindheitserinnerungs-Ehren halte.
Quellen und Erinnerungen:
http://www.goslarsche.de/Home/harz/artkel-archiv_arid,72329.html
http://www.goslarsche.de/Home/harz/artkel-archiv_arid,72345.html
http://www.goslarsche.de/Home/harz/artkel-archiv_arid,11793.html


Zum Schluß noch ein paar außergewöhnliche Webfinds.
1359913598

Auf dem Foto von 1929, das Speedy uns zur Verfügung gestellt hat, kann man ganz rechts im Bild auch die Fa. Hottenrott gut erkennen
http://www.goslarer-geschichten.de/attachment.php?attachmentid=868&d=1320492039

Aus Hottenrott ist seit 2009 Vockeroth (Kette von Modehäusern, die Markenmode vertreiben) geworden.
Zumindest ist das wunderbare Haus sehr gut restauriert und weiterhin ein Schmuckstück in unserer Stadt.
http://www.goslarsche.de/Home/harz/goslar_arid,89375.html

Das Bild mit dem Telefonbuchauszug haben wir uwe unten zu verdanken.
Er stammt aus einem Telefonbuch des Jahres 1955
13600

Susanne-K.
25.01.2012, 16:22
Nachdem ich im Internet trotz intensiver Suche nach wie vor so gut wie nichts über Hottenrott - "das Original" - finde, muß ich meine eigenen Erinnerungen bemühen, um soviel wie möglich von diesem Traditionsgeschäft in unser aller Gedächtnis zu verankern.
Damit keine Mißverständnisse aufkommen: es sind nur persönliche Erinnerungen - nichts davon ist in Stein gemeißelt - aber vieles sehr emotional geprägt.

Hottenrott - damit verbinde ich ein hochpreisiges Sortiment - ein wenig elitär, aber gut sortiert und vielfältig.
Im Erdgeschoß war repräsentativ die Porzellan- und Glasabteilung untergebracht. Alles stand - wunderbar poliert - in Glas(?)-Regalen.
Kein Staubkorn störte die perfekte Ansicht.
Ich hatte immer die Sorge, dort vielleicht einmal mit der Handtasche etwas herunterzureißen, weil es auch ein wenig eng war, vor allem, wenn viele Interessenten dort herumschauten. Und früher war Hottenrott noch gut besucht. Selbst mein in Berlin wohnender Patenonkel ist gern nach Goslar gekommen um dann ausgiebig bei Hottenrott einzukaufen.
O-Ton: "So etwas Tolles gäbe es in Berlin nicht" (das war alles noch vor der Wende).
Das Porzellan war vom Feinsten. Im Prinzip wurden bei Hottenrott nur namhafte Firmen wie z.B. Villeroy & Boch, Arzberg Porzellan, Seltmann Weiden, Hutschenreuther, etc. verkauft.
Die Schaufenster waren immer fein und edel dekoriert.

Im ersten Stock empfand ich die Verkäufsräume, wohl weil sie verschachtelt waren, etwas wirr.
Ganz zuerst, wenn man die Treppe heraufkam - rechts - befand sich die ausgesprochen gut sortierte Spielwarenabteilung.
Ein Eldorado, auch mit vielen namhaften Herstellern (viel Steiff Tiere). Aber auch ziemlich teuer.

Ich glaube, ganz hinten (nachdem man nochmals rechts abgebogen war) war dann die umfangreiche Modelleisenbahnecke.
Dies ist auch der einzige Punkt, wo ich Hottenrott im Internet immer noch erwähnt finde: als Fachverkaufsstelle für Modelleisenbahnen und -Zubehör. Es scheint, als hätte Hottenrott sich hier gut positioniert und sich einen weit über Goslar hinausgehenden Ruf "erarbeitet".

Doch nun zurück zum Treppenhaus.
Ich meine, dass man auch bei "Hottenrott - dem Original" bereits oben links abbiegen konnte.
Kann es sein, dass dort Haushaltswaren verkauft wurden? Da kann ich mich gar nicht mehr so dran erinnern.

Wenn jemand von Euch noch Bilder findet aus der aktuelleren Zeit (so 1960 - 1999), dann wäre das super.
Leider habe ich Hottenrott nie fotografiert.

N.B. mit "Hottenrott - das Original" meine ich noch die Heinrich Hottenrott GmbH und nicht den Nachfolger "Das Neue Hottenrott"

Hanno
25.01.2012, 20:49
Hallo Susanne,

ja, dass hast Du alles gut beschrieben.
Treppe hoch links die Haushaltswaren,rechts die Spielwaren.
Weiter hinten dort um die Ecke die Modelleisenbahner.
Unten rechts hinten gab es den Ausgang Richtung Hokenstrasse.
Dort gab es allerlei. (Geschenkartikel, bedruckte Kaffepötte etc.)
Bilder habe ich ad hoc leider auch nicht.

Birgit
25.01.2012, 21:03
Hallo Susanne,

es ist so weit alles richtig, was Du schreibst. Also ich habe habe im Jahr 1976 ein Schulpraktikum bei Hottenrott gemacht. Dies war aufgeteilt in 2 Teile. 1 Teil war im Laden in der Hokenstraße zu absolvieren und der zweite Teil in der Bassgeige im Büro.
Tatsächlich gab es an der von Dir vermuteten Stelle zeitweise auch Haushaltartikel zu kaufen. Zeitweise gab es aber auch Werkzeuge und so einen Kram. Es war schon nicht ganz einfach sich im oberen Stodkwerk zurecht zu finden. Wie Du ja geschrieben hast, war es sehr verwinkelt. Hier ein Treppchen dort ein Stufe. Recht um die Ecke und umgekehrt. Oben im Dachgeschoss befand sich übrigens das Lager. Dort wurden die Waren ausgepackt und etikettiert. Ich überlege gerade ob es zu méiner Zeit schon den kleinen Boutiquebereich, zur Hokenstraße hin gab?! Ich meine ja, kann mich aber auch täuschen. Was ich auf Fall nicht vergessen habe::$ Ich habe in der Zeit meines Praktikums höllisch in einen jungen Verkäufer aus der Modellbauabteilung verliebt. Meine Güte, wie oft war ich auch noch nach dem Praktikum in dieser Abteilung. Es war ja alles so interessant dort (räusper).

Da fällt mir gerade ein ...... es gab dort auch zu Hauf Bastelkram zu kaufen.
Ich überlege gerade wo. Ich meine irgendwie zwischen Spielwaren und Modellbauabteilung oder sogar in der Modellbauabteilung ..... hmm, da muss ich noch drüber nachdenken. Der Typ war halt wichtiger!!:D:D

Birgit
25.01.2012, 21:34
Birgit,
das mit dem "Bastelkram" ist mir auch noch schwach in Erinnerung.
Ich meine, wenn man vom Flur in die Spielzeugabteilung kam und dann nach rechts ging und nochmals rechts, dann war linker Hand die "Bastelkram-Ware" und rechter Hand die "Modelleisenbahn-Ware samt Zubehör".

Kann das so sein?

Puuuuuh Susanne,

ich dreh mich grad im Kreis:D:D:D! Das war da alles so komisch aufgeteilt.
Ich habe manchmal später vor dem Laden gestanden und überlegt welche Innentreppe ich wählen soll, wenn ich in einen bestimmten Bereich wollte ...
obwohl ich dort Praktikum gemacht hatte. Du glaubst gar nicht, wie oft ich gelacht habe, wenn ich dann doch vor der falschen Abteilung stand:D
Ich habe gerade überlegt, ob die einen Aufzug hatten. Ich meine ja, meine ich aber auch nur .... wissen tu ich es nicht mehr genau. Der sollte, wenn es ihn tatsächlich gab, im Bereich zwischen der Porzellan-Abteilung und der Boutique gewesen sein. Und dann gab es glaube ich noch einen kleinen für den Transport von Geschirr, vom Dachbdoden nach unten. Oh mei, es ist so lange her.?(

Speedy
26.01.2012, 06:43
Hallo zusammen,

egal wie verwinkelt der Laden war. Eines ist sicher. Er fehlt in der Innenstadt. Viele Sachen, die es dort zu kaufen gab, gibt es jetzt in Goslar nicht mehr.
So hat es jedenfalls meine bessere Hälfte gesagt.

Birgit
26.01.2012, 12:39
Hallo zusammen,

egal wie verwinkelt der Laden war. Eines ist sicher. Er fehlt in der Innenstadt. Viele Sachen, die es dort zu kaufen gab, gibt es jetzt in Goslar nicht mehr.
So hat es jedenfalls meine bessere Hälfte gesagt.

Hi Uwe,

und da hat Deine Frau ein absolut wahres Wort gesprochen. Es ist auch absolut schwierig geworden, z.B. Geschirr nachzubestellen, was bei Hottenrott jederzeit möglich war, es sei denn, es war schon mehrere Jahre ausgelaufen. Auch viele andere Dinge sind einfach in GS nicht mehr zu haben,
vollkommen richtig!

Andreas
12.02.2012, 13:38
14 Einbauküchen vorführbereit - damals muss das wohl sensationell gewesen sein ... :D

Kerl
12.02.2012, 14:25
Birgit,
das mit dem "Bastelkram" ist mir auch noch schwach in Erinnerung.
Ich meine, wenn man vom Flur in die Spielzeugabteilung kam und dann nach rechts ging und nochmals rechts, dann war linker Hand die "Bastelkram-Ware" und rechter Hand die "Modelleisenbahn-Ware samt Zubehör".

Kann das so sein?

Hallo Susanne und Mitleser,

wir haben vor dem Konkurs der Gesellschafter von Hottenrott in Hildesheim und damals in Braunschweig 2 Filialen bekommen. Die in Braunschweig ist mit dem Konkurs in Goslar mit geschlossen worden. Der Ableger in Hildesheim ist mit dem ehemaligen Geschäftsführern und ein Teil der Belegschaft am Leben erhalten worden. Der eine Gf kam aus Vienenburg, und heute besteht "HOTTENROTT EINZELHANDEL" in der Scheelen Str. immer noch.
Wir hoffen dass sie weiterhin gesund bleiben, aber nur noch Keramik ist im Angebot.

Liebe Grüsse

Joachim

Systemcoach
20.02.2012, 09:58
Hallo Andreas,

Du müsstest Dich doch an Unger und seine "vorführbereiten Küchen" erinnern können. Was anderes war das doch auch nicht;)

Glück Auf!
Ekkehard

märklinist
16.07.2012, 08:52
So hieß es mal in einer Werbung(siehe Titel) der Firma Hottenrott Einzelhandel Bäckerstraße.
Mir blutet heute noch das Herz, wenn ich gelegentlich mal an dem Gebäude vorbei komme, wasmeist der Fall ist, wenn in Goslar Weihnachtsmarkt ist.
1976 machte ich in der Modellbauabteilung (Modelleisenbahn) ein Schulpraktikum. Ein Jahr später machte ich mein Hobby zum Beruf, ich erlernte den Beruf des Spielwarenfachverkäufers (Schwerpunkt Modelleisenbahnen).
Vom neunten Lebensjahr bis zum heutigen Tage bin ich dem "Virus" verfallen, obwohl ich schon lange Jahre nicht mehr in der Branche und auch nicht mehr in diesem Beruf tätig bin.
Das waren noch Zeiten, vorallem an die Vorweihnachtszeit in den Jahren 1977 bis 1979 kann ich mich noch gut erinnern. Der Laden war vorallem an den langen Adventssamstagen von oben bis unten rappelvoll und die Kasse klingelte natürlich. Nicht so wie heute, wo unter Umständen die Läden auch voll sind und die Leute lieber ihr Geld behalten.
Die Regale waren in dieser Zeit prall gefüllt mit Produkten die für die Modelleisenbahn gebraucht werden, aber auch bei den anderen Spielwaren. Aber ganz leise deutete sich damals schon eine Wende an, die ersten Videospiele kamen auf den Markt, zwar noch einfach gestrickt, wie Pingbong oder Tennis. Zwei weiße Punkte und zwei weiße Balken waren über ein Joystick aus zu steuern und zB.über einen kleinen Schwarzweißfernseher anzuschauen.
Das Computerzeitalter speziell für Spieleconsolen begann seinen Siegeszug in den Kinderzimmern und verdrängte leider nach und nach die Modelleisenbahnen, was einige Hersteller schon bitter erfahren mussten.
Damals hieß es noch, bei Hottenrott sind Lehrjahre keine Herrenjahre und da war was dran. Die Ausbildung war mehr als gut, man hat viel gelernt. Nachlässigkeiten was einige junge Leute heute so an den Tag legen die in einer Ausbildung sind, gab es einfach nicht oder man wurde "zurechgestutzt".

Auch schon Jahre zuvor, habe ich dieses Geschäft geradezu bewundert, vorallem die großen Modelleisenbahnschauanlagen die da über viele Meter hinweg in der Vorweihnachtszeit im Schaufenster standen. Man konnte sich garnicht sattsehen. Und natürlich wollte man es zu Haus genauso oder ähnlich nachbauen. Sicherlich war das nicht so umzusetzten wie heute, denn es ist alles eine Frage des Geldes bzw Taschengeld, was man damals zur Verfügung hatte.
Da wurde jede Mark in die Modelleisenbahn investiert und natürlich kaufte man ausnahmslos bei Hottenrott und zuvor noch bei Gerecke in der Fischemäkerstraße.
Anfang der siebziger Jahre war es ja fast wie ein Wettbewerb- wer hat die größte und schönste Anlage im Fenster. Karstadt, Gerecke und Hottenrott lockte die Kinder, aber auch die Erwachsenen vor die Fenster, die aus dem staunen garnicht mehr raus kamen.

Natürlich hatte Hottenrott auch mehr zu bieten als nur Spiel- und Modellwaren. Da gab es noch Bastelartikel, Haushaltswaren, Pozellan, Glas und Eisenwaren. Eine riesige Werkzeug, Autozubehör, Farben und Kleineisenwaren, gab es damals noch im alten Harzkauf im Untergeschoss. Und die Haushaltswarenabteilung wurde ausgegliedert in die Rosentorstraße und der Laden hieß fortan Pott und Pann. Das Einzelhandelsgeschäft in der Bäckerstraße war sehr verwinkelt vom Keller, bis ins Dachgeschoss. Überall wurde der Stauraum genutzt.
Sicherlich hat man wohl unsere langsam alternde Gesellschaft übersehen. Denn Treppensteigen fällt vielen älteren Leuten schwer, speziell noch, wenn sie die eine oder andere "Einkaufstüte" noch bei sich hatten. Und wie schon angesprochen, der beginnende technische Wandel (Computerzeitalter). Weiter kamen hinzu, dass man weniger Geld für Tischkultur und dergleichen ausgab. Das waren die Anfänge, das man sich Beratung im Fachgeschäft holte, aber den gleichen oder ähnlichen Artikel in einem Kaufhaus kaufte. Denn mittlerweile siedelte sich ja ein noch heute existierendes Unternehmen in der Gutenbergstraße an.
Eigentlich sind wir die Verbraucher mit schuld an der Misere wo wir uns heute drin befinden, den Euro mal außen vor.
Unser Kaufverhalten hat sich dramatisch verändert, alles soll möglichst günstig sein, soll robust und wiederstandsfähig sein. Das ist natürlich so nicht machbar, gut und billig, das passt einfach nicht.
Da müssen wir wieder von weg, egal in welcher Branche des Einzelhandels. Lieber einmal kaufen, dafür aber einen höheren, aber fairen Preis zahlen. Dann haben alle was davon, der Verbraucher erfreut über höhere Langlebigkeit des Produktes und dem Handel geht es besser, er kann sogar seine Beschäftigten angemessen entlohnen und Firmenpleiten wie hier Hottenrott, dürften dann eher die Ausnahme bleiben und nicht das Tagesgeschäft.

Gruß
märklinist

märklinist
28.01.2013, 15:26
Das waren noch Zeiten,

Hier nun mal eine Zusammenfassung von einem ehemaligen Hottenrottazubi

Von 1977 bis 1979 machte ich meine erste Ausbildung in Traditionsunternehmen Heinrich Hottenrott GmbH &Co. KG.
Zunächst die Eingänge. Hottenrott hatte mit Personaleingang/Warenannahme vier Eingänge/Ausgänge. Einer befand sich auf der Fischemäkerstraße. Der Hauptein-Ausgang, war in der Bäckerstraße direkt unter dem wunderschönen Giebel. Der dritte war in der Hokenstraße genauso wie der Personalein- und Ausgang, gleichzeitig auch Warenannahme. Wenn man den Eingang Hokenstraße benutzte kam man direkt in die damalige Haushaltswarenabteilung. Sie war nicht sehr groß, aber man bekam auf Bestellung so ziemlich alles, was die Hausfrauen sich wünschen.
Links führte eine Tür aus der Haushaltswarenabteilung heraus, rechts ging es im Treppenhaus hoch, linke war der Personalein-Ausgang, sowie die Warenannahme(für Kunden nicht zugänglich), geradezu kam man in die Porzellanabteilung und rechts weiter in die Glaswarenabteilung.
Rechts weg von der Glaswarenabteilung führte eine zweite Treppe rauf.

Wenn man von der Bäckerstraße rein kam, stand man in der Porzellanabteilung, geradezu ging es in die ehemalige Haushaltswarenabteilung, links die Treppe rauf und runter für Personal in die Läger und Versand.
Der Keller diente komplett als Lagerraum und Versandraum. In der Porzellanabteilung und Glaswarenabteilung fand man nur namenhafte Hersteller, von denen einige heute selber auch nicht mehr am Markt sind.

Nun gehen wir in die erste Etage zuerst Spielwaren/ Modelleisenbahnen/Modellbau/Spiele und Bücher, Eisenwaren, später noch Bastelwaren über die Eingangsmöglichkeit Bäckerstraße, gerade durch die Porzellanabteilung, ei paar Stufen hoch und links.
Wenn man sich die Treppe hinauf bemüht hatte, stand man vor zwei Möglichkeiten, entweder rechts in die Spielwarenabteilung, Puppenwagen, Fahrräder etc., links ab ging es in die Eisenwarenabteilung(wurde später ausgegliedert, es wurde dann die Modellbauabteilung). Auch hier Bedienung vom Feinsten, genau wie die Preise im ganzen Haus. Kleinwerkzeuge, Kleineisenwaren hier musste man nicht unbedingt nen 100 Pack nehmen auch Schlüssel diversen Arten wurden nachgefertigt. Im hinteren Bereich waren Farben.
Die Spielwarenabteilung war in sich mehrfach gegliedert, vorn Autos, Dampfmaschinen, Saisonartikel. Hinten weiter links war alles rund um die Puppen, sowie Stofftiere, hinten rechts Lego, Fischertechnik und Experimentierkästen. Vorn um den Kassenbereich, Kleinspielzeuge, Saisonartikel(wie Grills etc.), Puppenwagen, Fahrräder, Dreiräder etc.

Vor dem Regal mit Lego und Experimentierkästen war ein Durchgang in die Modelleisenahnabteilung, die mehrfach umgestaltet wurde. Hier gab es das größte Sortiment an Bahnen und Zubehör, so Rennbahnen im Umkreis von Goslar. Ganz hinten rechts, war Anfangs noch die Modellbauabteilung reingefercht, später dann Tischfussball und folgend Bücher und Spiele sowie Bastelwaren.
Etwa auf halber Höhe führte eine weitere Treppe hinunter und geradeaus ein paar Stufen hoch in die spätere Modellbauabteilung. Ganz rechts ging es hoch zu den Büros, Personalräumen, Deko. und Lager(nicht für Kunden).

Später dann wurde die Modelleisenabteilung deutlich verkleinert, der Bastlerbedarf vergrößert. Die Eisenwarenabteilung wurde im Hause der Bäckerstraße aufgegeben und diese fand man fortan nur noch im Untergeschoss des ehemaligen Harzkaufs.
Auch die Haushaltswarenabteilung wechselte öfter den Platz, einmal anstelle der Eisenwarenabteilung, später dann wurden weitere Räumlichkeiten in der Rosentorstraße dazu genommen, es entstand der Laden Pott und Pann.
Unten im Eingangsbereich Hokenstraße wurde die so genannte „Weiße Ware“ angeboten, später dann kam die Campingabteilung dort rein.
Und die Bastelabteilung war zum Schluss hinter dem Kassenbereich Spielwaren.
Verkäufer gab es damals einige, die Kunden hatten noch Ansprechpartner und wurden fachkundig beraten, im Gegensatz zu heute, nur noch ein Laientheater.
Einen guten Verkäufer macht aus, wer sich für die Ware interessiert, sprich einen Bezug dazu hat, mein Tipp, man sollte nur das verkaufen, wozu man steht und auch Ahnung von hat. Ein guter Gardinenverkäufer, wird niemals ein guter Wurstverkäufer sein. Man kommt halt anders rüber, man steigert sich in die Materie richtig hinein.
In der Berufsschule wurde uns damals gesagt, ein guter Verkäufer kann alles verkaufen, dem wieder spreche ich heute größtenteils.
Mein Ausbilder sagte damals: Ein guter Verkäufer ist, wer einem Eskimo einen Kühlschrank verkauft. Sicherlich hat er Recht, wenn man sich auf den Kühlschrank bezieht, dort kann der Eskimo seine Waren sicher vor den Eisbären aufbewahren. Denn einen Kühlschrank fressen die kaum
Ein Fachverkäufer ist schließlich kein Versicherungsvertreter, der seiner potentiellen Kundschaft eine sinnlose Versicherung aufquatscht, sondern ein Fachmann erster Güte, der seiner potentiellen Kundschaft mit guten Argumenten das Gegenteil verkauft, was er eigentlich haben wollte, wie er das Geschäft betreten hatte.
Nehmen wir ein Beispiel: Ein Kunde hat den Wunsch eine günstige elektrische Modelleisenbahn zu kaufen. Da muss es klick machen bei einem guten Verkäufer, denn er will ja den Kunden an sich binden. Also man findet einen Mittelweg, eine etwas teuere Bahn, eventuell sogar mit weniger Inhalt im Karton. Ich muss ihn mit der besseren Qualität und der größten Kompatibilität überzeugen. Er wird es mir sicher später danken, in Form das er wiederkommt, weil er sich gut beraten und richtig aufgehoben fühlt.

Das war das, was Hottenrott früher einmal ausgemacht hat, die fachkompetente Beratung, die Bereithaltung eines breiten und tiefen Sortiments. So etwa sucht man heute vergeblich.

Obwohl die Ausbildungszeit nicht immer einfach war, man hat ja auch andere Flausen im Kopf gehabt. Aber ich bin heute noch stolz darauf einmal in diesem Traditionsunternehmen gelernt zu haben und mit guter Prüfung zum Abschluss gebracht habe.
Dies hat mir in meinem späteren Leben sehr viel weiter geholfen um im kaufmännischen Bereich deutlich voranzukommen und bei weiteren Prüfungsergebnissen konnte ich noch eine große „Schippe“ drauflegen.
Ein Kaufmann, der seine Ware kennt und über die kaufmännischen Zusammenhänge gut Bescheid weis, kann ein Spitzenverkäufer bzw. Geschäftsführer oder ähnliches sein.
Eigentlich müsste jedem Goslarer das Herz bluten, dass es diese Firma trotz ihrer etwas höheren Preismenage nicht mehr gibt.

In diesem Sinne
Grüße aus BS
märklinist

Monika Adler
28.01.2013, 22:09
Maerklinist, bist du dann vielleicht der interessante Typ in der Spiewarenabteilung von dem Birgit in diesem Thema schwaermte? Wenn ihr euch nicht im Jahr geirrt habt, wart ihr zur gleichen Zeit bei Hottenrott--------- Gruesse, Monika

märklinist
29.01.2013, 10:14
Maerklinist, bist du dann vielleicht der interessante Typ in der Spiewarenabteilung von dem Birgit in diesem Thema schwaermte? Wenn ihr euch nicht im Jahr geirrt habt, wart ihr zur gleichen Zeit bei Hottenrott--------- Gruesse, Monika

Hallo Monika,
Birgit hatte 1976 ein Schulpraktikum dort gemacht, auch ich machte 1976 dort ein Schulpraktikum, brachte es aber in meinem Zitat nicht mit ein. An eine Birgit bei Hottenrott kann ich mich nicht erinnern. Zudem waren dort damals einige jünger männliche Wesen beschäftigt.
Und seiner Zeit, wo ich die Ausbildung bei Hottenrott machte, war ich mit keiner Mitarbeiterin zusammen. Meine damalige Freundin, war etwa 10 jahre älter als ich und hatte schon zwei Kinder aus ihrer ersten Ehe und sie war weder im Einzelhandel, noch bei Hottenrott tätig.
Darum erwähnte ich ja auch unter Ausbildung nicht immer einfach und meine Flausen die ich im Kopf hatte.
Und meine Eltern waren mit dieser Beziehung übergaupt nicht einverstanden.
Aber ich bin heute froh, zu einem durch die "harte Schule" der Ausbildung bei Hottenrott gegangen zu sein und ich bin auch noch glücklich darüber, das ich damals eine reife junge Frau und Mutter zur Freundin hatte.

In diesem Sinne Monika
Grüße aus BS
märklinist

Suzanne
05.02.2013, 19:27
Hallo, Alle: Ja, obgleich ich weit weg von Goslar wohne, vermisse ich Hottenrott sehr. Als Kundin war ich oft dort und wenn's nur zum "Gucken" war. Als dort Schluss war, habe ich mir noch 1 Stueck Porzellan gekauft.

Ich weiss, dass dies nicht der rechte Platz fuer meine Frage ist, aber ich weiss nicht, wo ich meine Goslarfrage stellen soll. Hatte unter Hilfe geguckt, aber nichts gefunden.
Ihr koennt mir gern direkt antworten unter goslar5@hotmail.com ,nur bitte "Goslarer Geschichten" in die Betreffleiste schreiben.
Schuess, Suzanne

Anke
05.02.2013, 20:01
Hallo Suzanne,

stell Deine Frage einfach im Allgemeinen Forum.
Vielen Dank

georgenberger
01.05.2013, 15:44
Hier ein interessanter Link:

http://www.geschichtsatlas.de/~gc27/leben.html

der indirekt mit Hottenrott zusammenhängt. Das Geschäft der Heilbrunns muss aber wohl direkt an die Räumlichkeiten von Hottenrott angegrenzt haben.
Meines Wissens wurde dort auch ein Stolperstein von meinem Freund G. Demnig gesetzt, der auf die Vertreibung in der Reichsprogromnacht erinnert. Ob das Geschäft von Heibrunn in Hottenrott integriert wurde, möchte ich an dieser Stelle nicht behaupten, könnte aber möglich sein.

Grüße vom Georgenberger