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Andreas
16.02.2010, 10:23
Zu dem Thema "Schieferabbau" habe ich aus dem Jahr 1999 einen interessanten Bericht gefunden


Quelle:
http://www.grin.com/de/e-book/96434/eine-kritische-jahresbilanz-der-situation-des-natur-und-umweltschutzes


Schiefermühle Rammelsberg
Wir bekräftigen unsere Position zum vorgelegten "Betriebsplan Wiedernutzbarmachung des Schiefertagebaus Schiefermühle". Mit dem vorliegenden Antrag wird offensichtlich primär der Betrieb einer Deponie und nur sekundär das Ziel der bergtechnischen Absicherung der Schiefermühle verfolgt. In der Stellungnahme der Stadt Goslar zur Ökobilanz 1997 wird auch eingeräumt, daß unter "gesamtökologischer Sicht ... nicht nur der Naturschutz ..., sondern auch andere Einflüsse wie eine umweltgerechte Abfallentsorgung" zu berücksichtigen seien. Aus diesem Grund fordern wir, daß ein abfallrechtliches Planfeststellungsverfahren eröffnet wird; es ist gesamtökologisch das angemessene Verfahren. Weiterhin fordern wir die Veröffentlichung aller Planungsunterlagen sowie die Beteiligung der gemäß § 29 BNatSchG anerkannten Naturschutzverbände.
Es ist hier noch einmal zu betonen, daß der Steinbruch Schiefermühle Bestandteil des Goslarer Weltkulturerbekomplexes ist. Auch unter diesem Gesichtspunkt sind hier nur minimale Eingriffe hinnehmbar. Zu den ökologischen Bedenken in Hinblick auf Grundwasser-, Landschafts- und Naturschutz sowie Verkehrsbelastung verweisen wir auf die Ökobilanz 1997.
Quelle:
http://www.grin.com/de/e-book/96434/eine-kritische-jahresbilanz-der-situation-des-natur-und-umweltschutzes


Guten Morgen,

in der "Schiefermühle" wurde kein Schiefer zur Weiterverarbeitung oder ähnliches abgebaut, sondern Versatzmaterial für die durch den Erzabbau entstandenen Hohlräume im Rammelsberg gewonnen.
Also keine wirkliche Schiefergrube.

AlterSchirm
31.01.2012, 10:07
Guten Morgen,

in der "Schiefermühle" wurde kein Schiefer zur Weiterverarbeitung oder ähnliches abgebaut, sondern Versatzmaterial für die durch den Erzabbau entstandenen Hohlräume im Rammelsberg gewonnen.
Also keine wirkliche Schiefergrube.

Die meisten Schieferbrüche wurden für die Gewinnung von Versatzmaterial, Kies und Schotter für Unterkonstruktionen und Straßenbau genutzt. Deswegen war die Aufgabe der Schiefermühle eigentlich normal.

Die Verwendbarkeit als Dachschiefer ist bei den meisten Schieferbrüchen gar nicht gegeben und war nie vorgesehen. Es war eine Seltenheit, dass in Goslar gleich an drei unterschiedlichen Stellen Dachschiefer an Ausbissen im Tagebau gewonnen werden konnte. Das gab es sonst nirgendwo in Europa. Nach dem Riechenberger Vertrag ab 1552 trugen die Einnahmen der Gruben am Nordberg, am Glockenberg und der Rathsschiefergrube, nicht unwesentlich zum Überleben der Stadt bei.

Aus Goslar wurde der begehrte Stein nach ganz Norddeutschland verkauft, denn es waren die nördlichsten (und östlichsten) Dachschiefergruben des Reiches. Geologisch endet hier in Goslar im sog. Oberharzer Devonsattel das "rheinische Schiefergebirge".

Andreas
17.02.2012, 21:08
Hallo Uwe,

immer rein damit, Bilder hochladen wie von Susanne beschrieben. Bei weiteren Fragen hilt dir ein Teammitglied oder eben ein alter Hase aus dem Forum.

Als Anlage das, was Susanne schon aus der Wiki gefischt hat im Original. Ist schon einige Jahre her, wieweit die Schiefermühle jetzt verfüllt ist weiß ich nicht.

uwe unten
17.02.2012, 21:08
ja gefunden
aber dann muss ich die bilder erst mal klein machen die alle mehr als 1mb
sind alles selbst gemachte --war da JA MAL WERKTÄTIG

glück auf nach müchen uwe

uwe unten
17.02.2012, 21:10
hallo andreas
hab die schiefermühle auch schon zu fuss erkundet 1974 -77

glück auf uwe

uwe unten
20.02.2012, 19:51
hallo
andreas, da müssen sehr viele lkw die rammelsberger hoch rattern.wenn man zurückrechnet ,wieviel tonnen nach untertage sind , dauert das noch.man weis ja auch nicht wie hoch die anschütten wollen.

glück auf uwe

Bergmönch
13.03.2012, 16:32
Hier ein Foto, das ich im September gemacht habe:

http://farm8.staticflickr.com/7048/6833438764_fc1ae3843e_b.jpg (http://www.flickr.com/photos/17491832goe/6833438764/)


Besteht Interesse an einigen Fotos von den Archäologischen Ausgrabungen in der Nähe des Erzausbisses?

Beste Grüße

Bergmönch

AlterSchirm
13.03.2012, 16:45
Ja, das Interesse besteht. Wir waren sehr enttäuscht am Tag des offenen Denkmales, dass wir, obwohl wir zur zweiten Führung (Vormittag) etwa eine halbe Stunde früher da waren, überhaupt nicht mehr (auch der Nachmittag war schon komplett voll) mit konnten und trotzdem noch Eintritt zahlen sollten!!

uwe unten
14.03.2012, 00:01
hallo
tja das ist eben das bergbau museum rammelsberg !!!!

glück uaf uwe

p.s. das arbeiten hat früher richtig spass gemacht!

Bergmönch
16.03.2012, 16:59
Ja, das Interesse besteht. Wir waren sehr enttäuscht am Tag des offenen Denkmales, dass wir, obwohl wir zur zweiten Führung (Vormittag) etwa eine halbe Stunde früher da waren, überhaupt nicht mehr (auch der Nachmittag war schon komplett voll) mit konnten und trotzdem noch Eintritt zahlen sollten!!


Dein Wunsch sei mir Befehl! Ich habe hierzu ein neues Kapitel eröffnet:

http://www.goslarer-geschichten.de/showthread.php?p=8183#post8183

Ich war aus Versehen schon einen Tag früher im Museum. Als ich dann am nächsten Tag wieder kam, waren alle Führungen schon längst ausgebucht. Die Kassiererin erkannte mich jedoch wieder und hatte Mitleid, weil ich es nun schon zum zweiten mal vergeblich versucht hatte. Sie meinte, dass es auf einen mehr oder weniger nun auch nicht mehr ankommen würde und ich konnte mich sofort einer Gruppe anschließen. "Gott ist mit die Doofen!" Die ganze Aktion war übrigens kostenlos und beinhaltete auch noch eine Erklärung des Schrägaufzuges und die Besichtigung des Teiles der Flotation, der normalerweise nicht zugänglich ist. Das ganze dauerte fast 3 Stunden.


Beste Grüße

Bergmönch

Strippenzieher
18.03.2012, 15:14
Hallo,

ich hänge mich einfach mal mit meiner Frage an diesen Beitrag.

Weiß noch jemand, wo und wielange das beleuchtete Hammer-und-Schlegel-Symbol am Rammelsberg stand?
Nachts konnte man das schon aus weiter Entfernung sehen, wenn man sich von Norden her auf Goslar zubewegte.

Vielleicht hat ja sogar einer der bergbauaffinen hier im Forum ein Bild?


Viele Grüße

Andreas

Frankenberg
18.03.2012, 17:43
Hallo,
ich lese gerade die Beiträge zur Schiefermühle. Ist eigentlich bekannt, dass in der Schiefermühle ein Uhu sein Zuhause hatte? Leider ist er nicht mehr dort seit die LKWs
die Grube auffüllen. Ein Uhu hat aber leider keine Lobby!
Gruss Frankenberg

kphth
10.04.2012, 22:39
Was wird denn da aufgefüllt? Bin heute vom Südekum runtergekommen, von einem mir so lieben einsamen Streifzug durch die Wälder und hab schon immer so ein Scheppern gehört. In der Schiefergrube war dann ein LKW, der unter lautem Getöse angekippt hat. Schon als ich zwei Stunden vorher ins Wintertal hochfuhr kam mir so ein riesiger LKW entgegen... und ich dachte, dort finden Ausgrabungen statt ....
besorgte Grüße KPHTH

uwe unten
10.04.2012, 23:53
hallo

das ist bauschutt und mineraler aushub .die strecken nach untertage ,zur bergschachtstrecke , die alte querverbindung zum röderstollen- weis kaum noch einer ,bin da schon durch--, und die strecke zur bergerolle , die der verrostete catarpillar-steht und rostet auf dem werkshof vor sich hin- befuhr sind schon zu .die bergerolle ging bis 8ten sohle . dort war eine bergebrecheranlage ,sehr laut und staubig.

glück auf uwe

kphth
11.04.2012, 23:43
Also kommt das Material aus dem Berg? Hab ich richtig verstanden? Oder wächst uns da ein neuer Morgenstern?

uwe unten
13.04.2012, 17:44
hallo
nein , das material zum verfüllen kommt von ausserhalb.mit papieren für die unbedenklichkeit für die umwelt.

glück auf uwe

uwe unten
13.04.2012, 20:57
Hallo,

ich hänge mich einfach mal mit meiner Frage an diesen Beitrag.

Weiß noch jemand, wo und wielange das beleuchtete Hammer-und-Schlegel-Symbol am Rammelsberg stand?
Nachts konnte man das schon aus weiter Entfernung sehen, wenn man sich von Norden her auf Goslar zubewegte.

Vielleicht hat ja sogar einer der bergbauaffinen hier im Forum ein Bild?


Viele Grüße

Andreas

hallo ich hab noch bilder davon ,du meinst das ca 4 meter grosse ,was zur 1000 jahrfeier unterhalb des maltermeisters hing. wenn ich sie finde stelle ich sie ein das orginal ist irgendwo im lager vom museum ,habs da mal gesehn ,wann ??

glück auf uwe

Birgit
13.04.2012, 23:34
hallo
nein , das material zum verfüllen kommt von ausserhalb.mit papieren für die unbedenklichkeit für die umwelt.

glück auf uwe

Hauptsache, das stimmt auch - Goslar braucht Geld 8):evil:

uwe unten
13.04.2012, 23:47
ja ich hoffe das die zertifikate stimmen denoch ist der lärm von leeren LKW ,den hör ich sogar mit helm auf der gummikuh ,für die anwohner unerträglich.

glück auf uwe

Birgit
14.04.2012, 00:03
ja ich hoffe das die zertifikate stimmen denoch ist der lärm von leeren LKW ,den hör ich sogar mit helm auf der gummikuh ,für die anwohner unerträglich.

glück auf uwe

Na, das kann ich mir vorstellen. Ich hoffe nur nicht, dass die uns mit irgend einem verdammten Mist die Umwelt verseuchen:evil: Das wäre wirklich schlimm. Wir haben hier ja schon reichlich giftigen Krempel liegen, von dem wir eigentlich nichts wissen sollten.

Systemcoach
18.05.2012, 15:46
Also kommt das Material aus dem Berg? Hab ich richtig verstanden? Oder wächst uns da ein neuer Morgenstern?

Ganz aktuell zu Morgenstern:
http://www.goslarsche.de/Home/harz/region-harz_arid,269924.html

und die Frage, wer hat denn dafür die Verantwortung? :O Ich bin sicher. dass diese Frage nicht beantwortet wird :evil: . Doch wer wie ich die Reste des Tagebaus gesehen hat - viele verrostet Fässer, ein paar Schrott Autos - und dann miterleben musste, wie verantwortungslos man hier Müll drüber gekippt hat, wurde seinerzeit als "blöder Meckerer!" bezeichnet. Heute jammert man, weil es Geld kosten könnte? Dann liegt Morgenstern wohl in einem Jammetal, für das nie jemand verantwortlich war. :evil:

Wer kennt denn noch Details zur Geschichte der Grube Morgenstern und der nachfolgenden Chemiebude?

Harzer06
20.07.2012, 23:23
Ganz aktuell zu Morgenstern:
http://www.goslarsche.de/Home/harz/region-harz_arid,269924.html

<...>

Wer kennt denn noch Details zur Geschichte der Grube Morgenstern und der nachfolgenden Chemiebude?

Sofern die Frage nicht rethorisch gemeint war, wird es schwer, eine Antwort zu finden. Die Beteiligten von damals sind entweder tot oder hüllen sich in Schweigen oder hatten keinen tieferen Einblick. Aus der Presse zusammenfassend würde ich mal sagen...

- Stillegung der Eisenerzgrube Mitte der 1960er Jahre.
- Danach Einrichtung eines "Recycling-Betriebes" durch ein Ehepaar (m.W. beides Chemiker) mit dem erklärten Zweck der Aufarbeitung von Lösungsmittelabfällen. Eine entsprechende Anlage war vorhanden, der wirkliche Umsatz wurde aber wohl eher mit dem wilden Einlagern gemischter Chemieabfälle im alten Tagebau der Grube gemacht.
- Ende der 1960er wurden die beiden in ihrem Betrieb tot aufgefunden. Gestorben an den Dämpfen eines Lösungsmittels. Ob Unfall oder Anderes, die näheren Umstände blieben wohl im Dunkel.
- Der Landkreis Goslar übernahm den Tagebau zwecks späterer Einrichtung einer Mülldeponie.
- November 1970 brach in der Grube Feuer aus, das im Januar 1971 durch Zuschieben eines Teils der Grube mit Erde erstickt werden konnte. Wasser und das Hereinsprengen eines oberhalb liegenden Hügels hatten vorher keinen Erfolg gehabt.

Damit beginnt das Mysterium von Grube Morgenstern. Während die einen behaupten, es sei damals alles ("bis auf ein paar völlig ausgeglühte Fässer") herausgeholt worden, können sich andere nicht daran erinnern, daß der zugeschüttete Teil jemals wieder aufgegraben worden sei usw..

Es hat Transporte zu einer Verbrennungsanlage und zu einer Untertage-Deponie gegeben. Über die Vollständigkeit der Räumung des Tagebaus ist damit allein aber nichts gesagt, zumal es m.W. keine Aufstellung über den ursprünglichen Inhalt der wilden Deponie gibt.

Wie dem auch immer sein mag, man hat das Problem durch Auftürmen von Mio Tonnen gemischtem Müll begraben wollen und wird nun von dem Problem unsanft eingeholt. Billiger und auch technisch einfacher wäre es jedenfalls gewesen, vorher reinen Tisch zu machen.


Zum ursprünglichen Thema "Schiefermühle" zurückkommend, ist vor allem wichtig, ob der Bruch als Deponie nach dem Abfall- oder aber dem Bergrecht betrieben wird. Beides bedeutet ganz unterschiedliche Anforderungen an die Art der Abfälle und ihre Behandlung.

G`Auf
Harzer06

uwe unten
20.07.2014, 14:47
hallo so sieht es heute 13:00 unterhalb des maltermeisterturms aus .

Glück Auf Uwe

uwe unten
20.07.2014, 15:46
hallo
das weltkulturerbe rammelsberg hat wohl mal wieder unerwünschten besuch gehabt .die fotos sind 2 wochen auseinander heute 13:00 . aber das öfters mal eingestiegen wird interressiert da im museum ja keinen .hauptsache man kann 6-stellige summen verplanen , aber für 10 euro draht fehlt das antragsformular .

Glück Auf Uwe

Goslärsche
21.07.2014, 06:12
interressiert da im museum ja keinen

Hallo Uwe!
Vielleicht selbst erst einmal gründlich informieren, wie die Zuständigkeiten des früheren Gesamt-Preußag-Eigentums am Rammelsberg heute aufgeteilt sind, um zu vermeiden, dass mögliche Fehlinformationen hier im Forum verbreitet werden.
Vielleicht gehört der Zaun noch immer in den Zuständigkeitsbereich des ehemaligen Betreibers, der allerdings heute BGG und nicht mehr Preußag heißt ...
Bleib sachlich! Lass los vom ehemaligen "Arbeitsplatz Bergwerk"! Das ist Geschichte und kommt nicht zurück. Da hilft auch der nagende Frust nichts!
Gruß Goslärsche

Goslärsche
21.07.2014, 06:47
Zu den Vorberichten bzgl. Schiefermühle, Verfüllung aus von vor einigen Jahren siehe hierzu:
http://www.bgg-bergbau.de/Verwertung/verwertung.html

Andreas
21.07.2014, 09:03
Ob nun Bergbau Goslar oder das Museum, man sollte schon dafür sorgen, dass das in Ordnung gebracht wird.

Maria
14.02.2017, 15:37
Habe gerade Zeit zu kramen und die Bilder zubearbeiten, deshalb ein paar Bilder von 1986, als die Schiefermühle ihren tiefsten Punkt erreicht hatte.
16298 16299 16301 16300
Lader "voll" fährt zur Strecke.

Glück auf Maria

Bergmönch
14.02.2017, 15:43
Hier die Situation am vorletzten Wochenende (05.02.2017):


http://www.goslarer-geschichten.de/attachment.php?attachmentid=16302&d=1487086928


Beste Grüße

Bergmönch