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Thema: A 36: Weiterbau nach Westen?

  1. #1
    Gezäheschlepper Avatar von Fniux
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    Standard A 36: Weiterbau nach Westen?

    Mahlzeit,

    Es gab ja früher mal Pläne, eine Autobahn von Bielefeld über Hameln nach Goslar zu bauen. Sie sollte beim Knick am Sudmerberg in die jetzige B 6 übergehen und vom Harzburger Dreieck aus weiter nach Osten gehen. Im Schimmerwald war damals ein Grenzübergang geplant.

    Ich denke, dass das Dreieck in Bad Harzburg zum Autobahnkreuz wird, ist sehr unwahrscheinlich. Aber der Abschnitt zwischen Goslar und Bockenem wurde schon häufiger erwähnt. Junk warb mal unterschwellig in einem Interview von einer "vierspurigen Strecke zur A 7", um die A 2 zu entlasten. Abgesehen vom Appelhorn und dem Bergland zwischen Lutter und Bockenem ist es kein Hexenwerk, dort ein Strecke zu errichten. Auch nach Hameln hin sieht es ähnlich aus, zwischen Bockenem und Elze liegt ein breites Tal. Der einzige Berg, der wirklich im Weg liegt, ist der Ith. Westlich von Hameln liegt dann dichter besiedeltes Gebiet und die ursprüngliche Planung der A 35 sah eine Verbindung zwischen Lage, Lemgo und Detmold nach Bielefeld vor. Die ersten drei Städte liegen alle in der Größenordnung von Goslar, Detmold hat sogar noch ein paar 10.000 Einwohner mehr. Es gibt bei Bielefeld auch schon ein Autobahnkreuz und ein paar Kilometer autobahnähnlich ausgebaute Bundesstraße, die dann aber abrupt im Dorf endet.

    Was denkt ihr: Wie wahrscheinlich ist es, dass zumindest eines dieser Teilabschnitte verwirklicht wird, sei es als Autobahn oder wie die B 82 bei Langelsheim als leistungsfähige Bundesstraße?

    Unten ein paar Links aus dem Netz:


  2. #2
    Gedingeschlepper Avatar von ottofranz
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    Hallo Leute,

    mal ganz ehrlich zu diesem ganzen Themenkomplex, diese Gedankenspiele zu einer Verlängerung
    der A 36 wie auch der Weiterbau der A 39 Wolfsburg Richtung Lüneburg/Hamburg ist eine Verkehrs-
    politik und Denkweise aus dem letzten Jahrhundert.

    1. der Autoverkehr hat schon lange die rote Linie zum Verkehrskollaps überschritten. Wir haben ja
    die Diskussion über Luftverschmutzung und Klimawandel, mal ganz abgesehen von sozialen Folge-
    kosten und den ganzen Sachschäden die die Allgemeinheit zu tragen hat. Daran wird der Auto-
    verkehr nicht angemessen beteiligt.

    2. eine Autobahn zu bauen ist die eine Sache, aber der Unterhalt kostet über Generationen richtig
    viel Geld. Wir haben hier in Deutschland leider eine unheilvolle Lobby von Autoindustrie, Mineralöl-
    konzernen und Straßenbauunternehmen die diese Situationen ständig befeuern.

    Die Schweiz z.B. macht es vor, wie eine zukunftsfähige Verkehrspolitik aussehen kann. Wenn eine
    Autobahn geplant wird, fließt gleichzeitig die Trassierung einer moderne Bahnstrecke parallel dazu
    mit ein.

    Der letzte Satz von Fniux stimmt, es gibt keine Priorität für West A-36.

    Grüße von
    Ottofranz

  3. Danke von:

    Fniux (04.09.2019),märklinist (04.09.2019),nobby (04.09.2019)

  4. #3
    Schießhauer Avatar von märklinist
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    In der Tat, die Schiene sollte vorranging behandelt werden, bzw. man sollte die Elektrifizierung und die Überholung der alten Trassen vorantreiben, aber vorhandene Autobahnen, bzw. vorhandene Straßen erstmal sanieren und instandhalten. Alle Blicke richten sich auf den Autoverkehr, was natürlich auch mit der Umweltbelastung zusammenhängt, denn wie ottofranz schon schreibt, beim Verkehrsinfarkt wurde die rote Linie bereits überschritten. Allerdings verpulvern Dieselloks der Baurreihe 218 400 Liter Diesel auf 100 Kilometern, das ist wahrhaftig ne Hausnummer und natürlich auch umweltbelastend, die Baureihe 218 sollte nur ein Beispiel sein, aber auch die Dieseltriebwagen verbrauchen enorm und das auch nicht ohne. Aber dafür gibt es schon eine Alternative, nämlich Wasserstoff, wird gerade erprobt im Bereich Cuxhaven, dort werden Wasserstofftriebzüge eingesetzt, eine Alternative auf Nebenstrecken, wo man sich zunächst die Elektrifizierung sparen will.

    Der PKW-Verkehr wird ohnehin nachlassen, denn die jüngere Generation ist nämlich nicht mehr so verpicht sich ein eigenes KFZ anzuschaffen, die setzen auf Carshaering oder den öffentlichen Nahverkehr oder nehmen das Fahrrad. Man kann eben nicht die ganzen Böden versiegeln mit Beton oder Asphalt um den PKW-und Schwerlastverkehr in alle Himmelsrichtungen durchs Land donnern zu lassen. Auch hier spricht ottofranz es schon an, die Schweiz ist da Vorbild, bestimmte Strecken können nur mit der Bahn bewältigt werden, was speziell für den LKW-Verkehr gilt. Die Faher können derweil in den mitgeführten Liege- und Schlafwagen bequem entspannen und stehen nicht im Stau, die Ware kommt pünktlich beim Kunden an.

    Ich gehe mal davon aus, das wir in wenigen Jahren Politiker haben, die genau in diese Richtung denken und handeln werden.

    in diesem Sinn
    der märklinist

  5. Danke von:

    ottofranz (05.09.2019)

  6. #4
    Schießhauer Avatar von Harzer06
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    Moin,

    die Verlängerung der jetzigen B6n als A36 nach Westen zur A7 ist ein mindestens vier Jahrzehnte altes Planspiel. Und das damit bereits zu Zeiten, wo es die DDR noch gab. Einen Grenzübergang bei Bad Harzburg hätten die Machthaber wohl nicht mitgemacht - oder sie hätten sich die zusätzlichen Sperr- und Abfertigungsanlagen vom Westen bezahlen lassen.

    Und diesen "Trend weg vom Auto", der hier der heutigen Jugend nachgesagt wird, kann ich nicht erkennen. Nicht alles, was studentische Initiativen in (Groß)Städten auskochen, ergibt einen Trend. So ein Projekt ist vor einigen Jahren in Clausthal mit Pauken und Trompeten in die Hose gegangen, wobei die "Genossenschaftsmitglieder" ihre Einlagen verloren haben.
    Gerade im ländlichen Raum, wozu ich Goslar in diesem Fall auch zählen würde, ist man ohne Auto doch ziemlich abgehängt. Es dauert mit dem ÖPNV ziemlich lange, sofern es in Abhängigkeit von Tageszeit und Wochentag überhaupt eine Verbindung gibt. Z.B. Goslar - St. Andreasberg dauert mit dem Bus etwa 1,5 Stunden, sofern man nicht noch umsteigen muß. Dazu kommt natürlich noch der Weg zum ZOB. Mit dem Auto braucht es nicht mal die Hälfte.

    G´Auf
    Harzer06

  7. Danke von:

    nobby (05.09.2019),ottofranz (05.09.2019)

  8. #5
    Gedingeschlepper Avatar von ottofranz
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    Hallo,

    was Harzer06 beschreibt, dem stimme ich zu. Niedersachsen wie auch Bayern sind Flächenländer
    wo man z.B. als Pendler natürlich auf den eigenen Pkw angewiesen ist. Einen ÖPNV wie in Hamburg
    oder einem anderen Ballungsraum hier umzusetzen, ist illusorisch.

    Aber trotzdem gibt es Regionen oder Gemeinden auf dem platten Land wo der öffentliche Nahverkehr
    besser funktioniert als hier im Harz. Die Kleinstadt Templin in der Uckermark hat über 1 Jahr lang
    kostenlosen Busverkehr angeboten, plötzlich waren die vorher leeren auf einmal voll. Man ist jetzt
    dazu übergegangen eine Jahreskarte für € 44 anzubieten, das ist geschenkt.

    Die Stadt Halle(Saale) wäre gern in das Förderprogramm der Bundesregierung eingestiegen, daß man
    7 Städten in der alten Bundesrepublik angeboten hat, diese haben alles rundherum abgelehnt. Hier ist
    der ÖPNV in jedem Fall besser als im vergleichbaren Braunschweig.

    Stichwort Braunschweig: Die Weddeler Schleife ist nach langer Planungszeit mit allen erteilten Genehmi-
    gungen und zweigleisiger Trassierung immer noch nicht Bau. Nur ein trauriges Beispiel !

    Fazit: Man kann in vielen Fällen auf den Pkw nicht verzichten, aber man könnte ihn deutlich reduzieren.
    Noch ein kleines Geheimnis am Rande, der deutsche Fiskus schwimmt im Geld und FRemdkapital be-
    kommt man bei den Zinsen, heute hinterhergeworfen.

    Grüße
    Ottofranz

  9. #6
    Hauer Avatar von Trichtex
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    Moin!

    Zitat Zitat von ottofranz Beitrag anzeigen
    Einen ÖPNV wie in Hamburg oder einem anderen Ballungsraum hier umzusetzen, ist illusorisch.
    Mal abgesehen davon, dass die Ökobilanz des ÖPNV, beispielsweise die der Bahn, längst nicht so exzellent ist, wie man gerne kommuniziert, ist er dank Streckenabbau, längerer Taktung und nicht zuletzt durch die Preisgestaltung in unserer Region wenig attraktiv. Fast leere Busse und (Regional-)Bahnen bestätigen dies. Dies wird mit schöner Regelmäßigkeit als Argument für weiteren Streckenabbau und noch längere Taktungen verwendet, was den ÖPNV noch unattraktiver macht.

    Wenn ich mir den Schwerlastverkehr auf der Straße ansehe, scheint die Bahn auch hier nicht allzu attraktiv zu sein.

    Der Individualverkehr hingegen wird meist auf den PKW beschränkt. Dessen Ökobilanz ist nicht gar so viel schlechter, als die des ÖPNV in Flächenländern, bezieht man jedoch Fahrräder, Mopeds etc. (gerne auch mit Elektroantrieb bzw. -unterstützung) mit ein, sieht der ÖPNV ganz schön alt aus.

    Zurück zum Thema: Wenn man sich das deutsche Autobahn- und Fernstraßennetz ansieht, ist eine West-A36 nicht gar so dringend nötig. Mit B6/B1 ist die nördliche und mit der B64 die südliche Route nach Westen gut abgedeckt. Natürlich sind diese Bundesstraßen nur partiell mit dem Verkehrsaufkommen gewachsen und folglich immer mal wieder überlastet, aber wenn ich am Wochenende unterwegs bin, wo kaum Schwerlastverkehr unterwegs ist (ja, zugegeben, auch kein Berufsverkehr), dann würden meine Ansätze darin bestehen,

    - den Güterverkehr von der Straße zu holen und
    - den Berufsverkehr zu minimieren.

    Viele Grüße,

    Gunther

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