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Thema: Fahren in Zukunft bald die Züge elektrisch vom Harz an die Küste und umgedreht?

  1. #11
    Gedingeschlepper Avatar von ottofranz
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    Hallo Leute,

    es ist richtig eine reine Elektrifizierung bringt noch gar nichts. Es macht wirklich nur Sinn und Vorteile wenn
    die Strecken sprich Trassierung, Oberbau, Signal- u. Sicherungstechnik eben die Infrastruktur auf einem
    zeitgemäßen und modernen Stand gebracht werden. Der Großteil des heutigen Streckennetzes wurde im
    19. Jahrhundert gebaut und dabei ist es auch geblieben. Das ist ungefähr so als wenn man mit modernen
    PKw die Strecke Harz - Hamburg auf engen, kopfsteingepflasterten Dorfstraßen fahren müßte. Man bräuchte
    mindestens einen halben Tag, vom ganzen Schwerlastverkehr mal abgesehen.

    Es geht auch nicht darum nun jeden Reisenden auf die Bahn zu bringen. Eingefleischte Autofahrer und Leute
    die aus den verschiedensten Gründen auf den Pkw angewiesen sind wird man nicht dazu bringen in einen
    Bus oder Zug zu steigen.

    In meinen Beitrag habe ich geschrieben das Fahrgastzählungen stattfinden, aber eben "nicht nur", sondern
    eben auch Erhebungen. Der Haltepunkt Herzog-Juliushütte wurde m.W. Anfang der 80'Jahre stillgelegt,
    weil er nicht mehr nachgefragt war. Jeder hatte ein Auto das halt bequemer und damals auch billiger war.
    So, das ist bald 40 Jahre her und Zeiten ändern sich. Ob das so bleibt, ist abzuwarten.

    Die Strecke Goslar - Bad Harzburg ist nur auf dem Abschnitt Oker - Bad Harzburg eingleisig, war in der Ver-
    gangenheit auch nicht das große Manko. Wir hatten jede Menge, für Harzburger Verhältnisse, Fernverkehrs-
    züge, die der Herr Mehdorn seinerzeit alle gestrichen hat. An der Auslastung hat es jedenfalls nicht gelegen.

    Nun ist immer die Frage was war zuerst da, das Huhn oder das Ei. Wie Gunther schon beschrieben hat werden
    die Leistungen immer schlechter und die Fahrpreise immer höher, also gehen die Fahrgastzahlen zurück. Was
    passiert aber wenn es genau umgekehrt wäre. Das die Bahn gegen die Wand gefahren wird passiert schon
    seit Jahrzehnten. Das hat aber nichts mit der Systematik zu tun, sondern mit dem Handeln der Verantwort-
    lichen sprich Politik und dem diesen nachgeordneten Bahnvorstand. Wir brauchen uns nur die letzten 2 und
    den amtierenden Verkehrsminister anzuschauen, alles mehr oder minder Dilettanten.

    Meiner Meinung nach ist ein funktionierender ÖPNV das Recht eines jeden Bürgers, genau wie Bildung oder
    Gesundheitsversorgung. Auch diese Bereiche werden mit Steuergeldern unterhalten. Es hat nicht jeder ein
    Auto oder kann sich dieses leisten. Wir dürfen nicht immer nur von unserer Situation ausgehen.

    Auch wenn ich pro Bahn eingestellt bin gehöre ich zu den größten Kritikern dieses Verkehrsträgers.
    Was einige Vorredner dargestellt haben stimmt zum Teil aber es kann nur besser werden.

    Bis dann
    Ottofranz

  2. Danke von:

    Andreas (30.10.2019),Maria (31.10.2019),märklinist (30.10.2019),Reinecke (01.11.2019)

  3. #12
    Wasserknecht Avatar von Joerg
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    Ottofranz sieht es schon nicht so schlecht.

    Der ÖPNV ist halt nicht alles. Die Verkehrsanforderungen haben sich nun mal in den letzten Jahrzehnten, auch in Goslar und Umgebung, mächtig geändert. Bergbau und Hüttenwerke gibt es nicht mehr, der Personenverkehr ist immer mehr zum Individualverkehr geworden.
    Hier im Rhein/Main-Gebiet wo ich inzwischen seit 30 Jahren wohne, proklamiert man gerade den Weg zurück auf die Schiene. Nur das funktioniert leider nicht, da hätte man schon vor 30 Jahren ein 3. oder 4. Gleis anbauen müssen. Der ÖPNV läuft auf 150%, jede kleine Störung führt zu einem Desaster im gesamten Netz. Pendlerverkehr auf den Autobahnen und Einfallstraßen, mehr Stau als fahren. Auch hier fehlt die 3. oder 4. Spur, möglichst zur Mitte nach links hin ;-) Ein weiterer Ausbau dauert pro Strecke im Schnitt 30-40 Jahre bis alle Frösche und Anrainer zufrieden sind.
    Elektroautos auch keine Alternative, wenn alle eins hätten und würden abends das Ladekabel in die Steckdose stecken, wäre die Nation dunkel. Die alten Wohngebiete haben zumindest noch eine 50KV Versorgungsleitung, Neubaugebiete werden meist nur noch mit 30KV angeschlossen. Bis dort neue Kabel in der Erde liegen 30-40 Jahre.

    Was ich damit sagen will, ich glaube kaum, dass eine Elektifizierung der Bahnstrecke durch Goslar viel bringen wird. Es gibt inzwischen auch effiziente, leise Dieselloks und komfortable Anhänger dafür (die sind nicht von der E-Lok anhängig). Die Hauptprobleme der Bahn und damit Prioritäten liegen bestimmt nicht auf der Strecke durch Goslar. Das steht ganz, ganz, ganz weit hinten auf der Liste.

    Ich wünsche Goslar trotzdem weiterhin eine ausreichende und gute Anbindung per Bahn und ÖPNV

  4. Danke von:

    Andreas (30.10.2019),ottofranz (01.11.2019),Reinecke (01.11.2019)

  5. #13
    Gedingeschlepper Avatar von Reinecke
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    Liebes Publikum in den Goslarer Geschichten ich freue mich über euer reges Interresse an meinem GZ-Leserbrief vom 18.10.2019, der eine Unterstützung für den Erixx – Artikel von Frau Hartmann sein sollte, da uns beide die Liebe zur Eisenbahn als umweltfreundliches Verkehrsmittel verbindet.

    Ich habe meinen Leserbrief im Steno-Stil geschrieben, so dass meine persönlichen Erfahrungen mit der Bahn vom Kind bis zum Rentner zur Sachkritik der derzeitigen Situation führen, die unsere Kommunal-und Landespolitiker sowie eine chaotische Verkehrspolitik im Bund verursacht haben. Wer nur Schienenfahrzeuge von Alstom in Salzgitter kauft, die im ehemaligen AW in Braunschweig repariert und gewartet werden, der geht an den Bedürfnissen der Harzer und ihrer Gäste vorbei.

    Wir brauchen für den Personen-und Güterverkehr die belastbaren und schnellen Zugverbindungen zwischen Hannover und Halle/Saale sowie Braunschweig und Göttingen mit lokbespannten Doppelstockzügen mit Diesel-elektrischen Loks oder sogar mit Europa-Dual-Loks der Firma Stadler aus Brandenburg. -Leistungsmerkmale:
    (7000 kw als Elektrolok und 2800 kw mit dem Dieselgeneratorantrieb – Keine sogenannte Last-Mile-Lok)
    Mit solchen Fahrzeugen könnte man den witterungsunabhängigen Personen- und Güterverkehr in der Zukunft realisieren. Metronome Doppelstockzüge mit Diesellok habe ich bereits vor 6 Jahren im Bahnhof Goslar gesehen, es war eine Sonderfahrt von Hannover nach Wernigerode. - Der Einwand von Norbert Ludwig aus Bad Harzburg die Eisenbahnbrücke in Harzburg ist ein Hindernis mag richtig sein, aber bei einer Elektrifizierung muss ohnehin das Lichtraumprofil der E-Lok und der Dostos beachtet werden, aufgrund der bisherigen Erfahrungen wäre das ein Sanierungsfall oder Neubau bzw. durch Tieferlegung des Streckengleises machbar.
    - Übrigens kann man heute schon diese Dual-Loks der HVLE im Bahnhof Blankenburg im schweren Güterverkehr auf der Rübelandbahn sehen.
    Die Eisenbahnstrecke wurde mit Bahnstromwerk für 25kv/50Hz (Inselbetrieb im DR/DB Netz)von der Deutschen Bahn abgekauft und von den Fels Werken aus Goslar saniert. Auf dieser Privatbahn der Fels Werke kann man im Museumsbetrieb die Baureihe 95 erleben. Siehe Internetstermine.
    Mein zitierter Trolley-Lkw Verkehr auf der Autobahn in Schleswig-Holstein als Verkehrssystem zu testen halte ich für einen "bescheuerten Einfall", vielleicht statt Oberleitung seitliche Stromschiene wie die Hamburger S-Bahn. Trolley-Busse sind Out, aber Straßenbahnen sind In. Es fehlt nur noch der Verkehrsversuch mit dem Holzvergaser.
    Für unsere hausgemachten Umwelt-und Verkehrsprobleme gibt es nur eine Gesamtlösung wie in der Schweiz oder im Inntal (-autobahn) in Österreich, indem man den Auto- und Lkw-Verkehr auf die (neu)ausgebauten Schienenwege verlagert, damit die nachfolgenden Generationen in unserer Heimat leben können ohne die ständigen Unfälle auf der Warschauer Allee (genannt A2) – Wahrscheinlich auch bei einem 8-spurigem Ausbau ein Unfallschwerpunkt in der Zukunft.
    Bitte nicht traurig sein! - Die Strecke nach Norddeich wird bereits mit einen DOSTO-IC-und umlackierter 146er von Leipzig aus bedient, vielleicht können wir wieder die alte Strecke Goslar über Bremen nach Wilhelmshaven (Jade-Port) beleben!

    Nun habe ich meinen persönlichen Feierabend !

    Egbert Reinecke am Reformationstag 2019

    P.S.: Nachtrag zum Thema - Das Land Schleswig-Holstein beschafft 55 FLIRT-Akku Triebzüge der Firma Stadler, deren 3 teilige Fahrzeuge die Akkus unter dem Fahrdraht oder an speziellen Ladestationen nachladen können. Ähnliche Projekte der Firmen Siemens und Bombadier sind im Förderprogramm der Bundesregierung vorgesehen.
    Weitere Informationen können im Internet aktualisiert werden.
    Geändert von Reinecke (02.11.2019 um 11:55 Uhr)

  6. Danke von:

    Andreas (02.11.2019),ottofranz (01.11.2019)

  7. #14
    Gedingeschlepper Avatar von Reinecke
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    Richtig! Nur wer in Kreiensen aussteigt braucht eine Nasenklammer und einen Gepäck-Karren, damit er die vollurinierte Tunnelpassage überlebt und den
    zweiteiligen Dieselexpress, BR 648.2 LINT 41 ,nach Goslar bzw. Bad Harzburg erreichen kann. - Selbst sogar ein Umsteigen in Göttingen in die Direktverbindung ist im Hochsommer ein riesen Stress wenn die Klimaanlage des LINT 41 von Alstom mal wieder defekt ist. -
    Da ist es manchmal ratsam mit dem Metronome bis Hannover Hbf zu fahren und dann Richtung Harz.
    Meint aufgrund der Eigenerfahrungen
    Egbert Reinecke


    P.S.: Kleiner Videonachtrag vom NDR zum Thema Kreiensen die URL:

    https://www.ndr.de/fernsehen/sendung...onds53596.htmlBR 648.2 LINT 41
    Geändert von Reinecke (02.11.2019 um 14:26 Uhr)

  8. Danke von:

    Andreas (02.11.2019),ottofranz (01.11.2019)

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