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Thema: Nun also doch, Karstadt schließt

  1. #11
    Gedingeschlepper Avatar von nobby
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    „Machtgeilheit, Machtausbau und Machtfestigung spielten gerade im Karstadt-Management lange Jahre eine wesentliche Rolle.Geltungsdrang verbunden mit dem Ziel, selbst gut auszusehen führten zu Entscheidungen, die unmöglich auf einen langfristigen Erfolg ausgerichtet sind. Es ist zwangsläufig langfristig erheblich teurer, Immobilien zu verkaufen und sie umgehend zurückzumieten, als sie zu behalten. Kurzfristig sieht die Unternehmensbilanz, durch die Verkaufserlöse aufgehübscht, allerdings klasse aus.„

    *Leider funktioniert die Kommentierfunktion unter IPadOS grottig.*

    Das Management sind Mitarbeiter des Unternehmens, nicht die Eigentümer. Die Eigentümer geben dem Management vor, wo sie ihre Ziele sehen und das Management setzt das um was der Erreichung der Ziele dient.
    Niemand hübscht seine Bilanz durch die Veräußerung von Immobilien auf. Die Bilanz ist evt. noch für die Banken wichtig und die können Bilanzen interpretieren.
    Immobilien werden verkauft, weil Liquidität benötigt wird oder das Gebäudemanagement, das nicht zum Kerngeschäft gehört, wertvolle Ressourcen frisst. Es ist auch langfristig nicht In jedem Fall teurer Immobilien abzustoßen. Wenn ein Unternehmen viel Geld benötigt und der Kapitalmarkt ungünstig steht kann es betriebswirtschaftlich sehr sinnvoll sein sich auf diesem Weg Mittel zu besorgen.


    VG

    nobby
    Geändert von nobby (22.06.2020 um 13:49 Uhr)

  2. #12
    Schießhauer Avatar von Trichtex
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    Moin!

    Zitat Zitat von nobby Beitrag anzeigen
    Niemand hübscht seine Bilanz durch die Veräußerung von Immobilien auf. Die Bilanz ist evt. noch für die Banken wichtig und die können Bilanzen interpretieren.
    Gebäude zu verkaufen und zurückzumieten hatte bei Karstadt einen wunderbaren Effekt auf die Bilanz, denn die Erlöse aus den Immobilienverkäufen konnten dem operativen Ergebnis zugeschlagen werden. Und damit war es selbst dann völlig legal möglich, ein positives Ergebnis auszuweisen, wenn bereits Geld verbrannt wurde.

    Die Bilanz war auch den Aktionären wichtig, als Karstadt-Quelle noch börsennotiert war. Die Immobilienverkäufe hatten allerdings nicht ausschließlich den Zweck, die Bilanz zu schönen.

    Zitat Zitat von nobby Beitrag anzeigen
    Es ist auch langfristig nicht In jedem Fall teurer Immobilien abzustoßen.
    Das Abstoßen nicht, wohl aber das Abstoßen und Zurückmieten derselben Immobilien. Die Käufer werden neben den unveränderten Betriebskosten eben auch Mieten vom Mieter verlangen. Im ersten Jahr können die Verkaufserlöse als Gewinne ausgewiesen werden. Im zweiten Jahr sind die Ausgaben mindestens mal um die Mieten höher, als vor dem Verkauf.

    Wenn wir mal annehmen, die anderen Zahlen einer Filiale wären von einem Jahr vor bis einem Jahr nach dem Verkauf und dem Zurückmieten identisch, dann sehen die Bilanzen stark vereinfacht folgendermaßen aus:

    Jahr 1: Einnahmen - Ausgaben - Betriebskosten
    Jahr 2: Einnahmen - Ausgaben - Betriebskosten + Erlös Immobilienverkauf
    Jahr 3: Einnahmen - Ausgaben - Betriebskosten - Miete

    In Jahr drei und folgenden wird die Bilanz erheblich schlechter sein, als in den Jahren davor. Wie gesagt, das ist extrem vereinfacht dargestellt.

    Gleichzeitig verringert sich der Unternehmenswert um die Immobilienwerte. Die Kronjuwelen verkauft man in aller Regel erst, wenn einem das Wasser bis zum Halse steht, aber die gewünschten Effekte daraus sind nur kurzfristiger Natur.

    Viele Grüße,

    Gunther

  3. #13
    Gedingeschlepper Avatar von Peter2809
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    BERGGRUEN hat seinerzeit Karstadt für 1 € "gekauft". Anschließend wurde Karstadt in 3 Teile aufgeteilt: Karstadt Sport, Karstadt Premiumhäuser ( Alsterhaus Hamburg, KADEWE Berlin, Oberpollinger München ) und Karstadt Warenhäuser. Die Premiumhäuser wurden durch Berggrün verkauft, haben einen neuen Gesellschaftsnamen und sind schon wieder verkauft. ( ASIEN ). Soweit ich weiss, hat Berggrün Karstadt an Benko ( Österreich ) "verschenkt".

    Die Anzahl der Mitarbeiter für das Haus in Goslar sehe ich auch bei 70.

    Problem bei Überprüfung der Wirtschaftlichkeit des Hauses Goslar ist, daß es eine Konzernbilanz für alle Karstadt Warenhäuser gibt, somit Zahlen für ein einzelnes Haus nur intern bei der Karstadt Zentrale Essen vorliegen.

    Die letzte, öffentlich zugänglich Konzernbilanz vom 1.10.2016 - 30.9.2017 sagt aus: Eigentümer - Signa Retail GmbH, Wien

    Erlöse 2,3 Milliarden € / z.B. Personalaufwand 377 Millionen € / z.B. Material 1,243 Milliarden € / z.B. sonstige Kosten 580 Millionen €

    Der Gewinn in Höhe von 1.385,723,32 € wurde lt. Beschluß auf das nächste Geschäftsjahr vorgetragen.

    Mittlerweile sind die Warenhäuser Karstadt und Kaufhof zu "Galeria Karstadt Kaufhof" vereinigt worden und stecken in einer Art von Insolvenzverfahren. Außer "CORONA" hat es keine sachlich, fachlichen Begründungen gegeben, weswegen viele Karstadt und Kaufhof Warenhäuser schließen müssen.

    LG / Peter

    Angaben nach bestem Wissen und Gewissen!
    Geändert von Peter2809 (10.07.2020 um 18:26 Uhr) Grund: Textpflege

  4. #14
    Gedingeschlepper Avatar von nobby
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    Ich denke wir kommen hier vom Thema ab. Allerdings versteckst du hinter den Betriebskosten die Kosten der Kapitalbindung in totes Kapital sowie die gesamten Instandhaltungskosten des Gebäudemanagements. Warum, glaubst du, sind die Eigentümer großer Konzerne so blöd, wie du sie hinstellst?
    Was ist mit Aldi-Immobilienverwaltung GmbH & Co. KG? Alle blöd?
    Man muss sich davor hüten, alle zu Idioten zu stempeln. Es gibt nicht immer gut und böse, manchmal gibt es ein sowohl als auch.
    Aber wie gesagt, wir kommen vom Thema ab.

    VG

    nobby

  5. #15
    Schießhauer Avatar von Trichtex
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    Moin!

    Zitat Zitat von nobby Beitrag anzeigen
    Allerdings versteckst du hinter den Betriebskosten die Kosten der Kapitalbindung in totes Kapital
    Stimmt. Deshalb merkte ich auch an, dass es sich um eine extrem vereinfachte Darstellung handelte.

    Zitat Zitat von nobby Beitrag anzeigen
    sowie die gesamten Instandhaltungskosten des Gebäudemanagements.
    Die entstehen dem Eigentümer. Also vormals Karstadt, später dem Vermieter. Der holt sie sich über die Miete zurück.

    Zitat Zitat von nobby Beitrag anzeigen
    Warum, glaubst du, sind die Eigentümer großer Konzerne so blöd, wie du sie hinstellst?
    Oh, versteh' mich bitte nicht falsch, das ist alles andere, als blöd. Mietmodelle haben ebenso ihre Berechtigung, wie Eigentumsmodelle. Was im Einzelfall sinnvoller oder vorteilhafter ist, hängt von vielen Faktoren ab.

    Zitat Zitat von nobby Beitrag anzeigen
    Aber wie gesagt, wir kommen vom Thema ab.
    Ups. Stimmt. Und an der Schließung können wir auch nichts ändern. Aber vielleicht können wir schonmal ein paar Ideen/Wünsche zur Nachnutzung der Immobilie zusammtragen...

    Viele Grüße,

    Gunther

  6. Danke von:

    nobby (22.06.2020)

  7. #16
    Gedingeschlepper Avatar von Roger
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    Gute Nachrichten für Goslar.

    Karstadt Goslar bleibt !!!
    Beste Grüße

    Roger


    Not Too Old To Rock´n Roll

  8. Danke von:

    blueshark (03.07.2020),Hanno (03.07.2020),märklinist (03.07.2020),nobby (03.07.2020),Onkel Hotte (03.07.2020),Speedy (03.07.2020)

  9. #17
    Schießhauer Avatar von Hanno
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    Hannöversche Grüße
    Klaus

  10. #18
    Schießhauer Avatar von Harzer06
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    Moin,

    abwarten...
    Manchmal werden unpopuläre Maßnahmen auch mit der Salami-Taktik durchgesetzt. Zuerst wird der große Hammer herausgehauen, dann etwas zurückgenommen, alle sind erstmal glücklich, und dann kommt ein oder zwei Jahre später eine "Neubewertung" der Lage. Grundsätzlich besteht offenbar Schließungsabsicht. Also mal schauen, ob es Karstadt GS in fünf oder zehn Jahren auch noch gibt.

    G´Auf
    Harzer06

  11. Danke von:

    nobby (05.07.2020)

  12. #19
    Gedingeschlepper Avatar von nobby
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    Karstadt wird es in einigen Jahren vermutlich noch geben, wenn alle, die bis jetzt über die Schließung dort empört sind, dort regelmäßig einkaufen werden und bereit sind teilweise überteuerte Ware zu erwerben.
    Also Leute, rafft die gesparte Mehrwertsteuer zusammen und stürmt den Laden.

    VG

    nobby
    Geändert von nobby (05.07.2020 um 13:11 Uhr)

  13. Danke von:

    Bergmönch (06.07.2020),blueshark (05.07.2020)

  14. #20
    Gedingeschlepper Avatar von Peter2809
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    KARSTADT Goslar bleibt!

    Entgegen der Aussagen des Managements von GaleriaKarstadtKaufhof - ... wir müssen Filialen schließen, die Weiterführung dieser Häuser gefährdet die Existenz des Gesamtunternehmens ... - hat der Konzern einen Rückzieher gemacht und 6 Häuser von der Schließung ausgenommen, darunter auch GOSLAR. Mittlerweile rumort es auch in anderen Städten, schon kurzfristig könnten Entscheidungen fallen, um weitere geplante Standortschließungen zurückzunehmen.

    OB Junk dankte dem Konzern für die Weiterführung des Hauses in Goslar, auch Herr Gabriel hat sich eingesetzt.

    Was Herr Gabriel, Herr Junk und Andere konkret für den Erhalt des Hauses getan haben, wurde nicht bekanntgegeben, allerdings wird von den Goslarer Bürgern - wie zu Zeiten Maggie Thatchers: buy british - erwartet, in Goslar einzukaufen.

    LG / Peter
    Geändert von Peter2809 (10.07.2020 um 18:45 Uhr)

  15. Danke von:

    blueshark (Gestern)

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