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Thema: Ehemaliges Verwaltungsgebäude auf dem alten Friedhof

  1. #1
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    Avatar von Onkel Hotte
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    Standard Ehemaliges Verwaltungsgebäude auf dem alten Friedhof


    Hallo zusammen,
    neulich war ich mal wieder auf dem alten Friedhof an der Hildesheimer Str.und müsste sehen dass daß alte Verwaltungsgebäude jetzt soweit zerfallen ist, das es den Winter wohl kaum überstehen wird. Ich glaube das Gebäude steht sogar unter Denkmalschutz, was ja nicht viel heisst wenn
    es sich in Stadtbesitz befindet. Auch die Mausoleen sowie der ganze Friedhof
    befinden sich in einem sehr schlechten Zustand.

    Da meine Oma ewig in dem Verwaltungsgebäude gearbeitet hat und auch immer auf dem Friedhof gewohnt hat kenne ich das Gebäude und den Friedhof noch von früher und finde es traurig das das Gebäude sang und klanglos veschwindet (auch unter Denkmalschutz). Vielleicht können auf dem freiwerdenden Platz ja die Dixi-Klos die jetzt auf dem Friedhof stehen da fest installiert werden. Leider hab ich auch keine Fotos aus besseren Tagen.

    bis dann

  2. #2
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    Avatar von Susanne-K.
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    Foto Ehemaliges Verwaltungsgebäude auf dem alten Friedhof

    Über den Friedhof in der Hildesheimer Straße ("alte Friedhof") lässt sich nur wenig an Informationen und Fotografien finden.
    Schade, denn so gerät er immer mehr im Bewußtsein der Menschen in Vergessenheit.
    Interessanterweise sind dafür die (bildlichen) Dokumentationen über den jüdischen Friedhof im Internet wesentlich umfangreicher.

    Friedhofsgebäude verfällt immer mehr
    http://www.goslarsche.de/Home/harz/g...id,107719.html
    Einsturzgefahr: Toiletten auf dem Friedhof gesperrt
    http://www.goslarsche.de/Home/harz/g...id,159042.html

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    1997 wurde die auf dem Goslarer Friedhof Hildesheimer Straße befindliche Gedenkstätte für die Opfer von Kriegen und Gewaltherrschaft neu gestaltet; die Faschismusopfer wurden von den Kriegsgräbern getrennt, der Stein Den Opfern der Gewaltherrschaft 1933 - 1945 wurde zu einem Gräberfeld in Feld IV umgesetzt und als Erinnerungsstätte gestaltet; zum Gräberfeld wurde eine Namenstafel geschaffen. (Den einfachsten Zugang zur Gedenkstätte findet man von der Straße Am Friedhof, an der Eisenbahnunterführung von der Astfelder Straße abzweigend).
    Quelle: http://www.spurensuche-harzregion.de/?publikationen/11

    Walter Darré (ein deutscher Agrarpolitiker, Schriftsteller und SS-Funktionär in der Zeit des Nationalsozialismus) starb am 5. September 1953 in einer Münchner Privatklinik; beerdigt ist er auf dem Friedhof an der Hildesheimer Straße Goslar
    Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Walther_Darr%C3%A9

    Auf dem Goslarer Friedhof Hildesheimer Straße befinden sich zahlreiche Gräber von ZwangsarbeiterInnen, die während der NS-Diktatur in unserer Stadt umgekommen sind.
    Quelle: http://www.spurensuche-harzregion.de/?themen/1

    Der Friedhof wurde 1826 eröffnet.
    Es galt lange als gartenarchitektonisches Kleinod und als Denkmal, das Mausoleen bedeutender Goslarer Bürger, Familiengräber, Soldatenfriedhöfe und Begräbnisstätten der Täter und Opfer der nationalsozialischen Diktatur aufwies.
    Quelle: http://www.harzregion.de/naturpark/buchfink.html

    Im Zentrum des Friedhofs liegt seit ca. 1920 der Ehrenfriedhof für die Soldaten des I. Weltkrieges. Auf ca. 1000 liegen 80 Gräber. Die Gedenksteine kamen erst später hinzu.
    Dazu kamen noch ca. 3000 für den Ehrenfriedhof für Soldaten und Zivilisten des II.Weltkrieges. Hier wurden 2x 19 Grabreihen angelegt, getrennt durch einen Mittelweg. Bei den hier bestatteten Personen handetl es sich um deutsche Soldaten, die im Kampf um die "Festung Harz" ihr Leben ließen oder in einem der Goslarer Lazarette verstarben.
    Es wurden auch Zivilpersonen hier bestattet, die bei einem Bombenangriff auf die Stadt ihr Leben verloren.
    Dieser Ehrenfriedhof wird vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge gepflegt.
    Quellen: http://www.denkmalprojekt.org/2008/goslar_alter_friedhof_wk2_ns.htm
    http://www.volksbund.de/fileadmin/redaktion/Landesverbaende/Niedersachsen/Kriegsgraeberstaetten_in_Niedersachsen/Geschichtstafeln/geschtafel_goslar.pdf

    Im Oktober 2003 beschlossen der Volksbund und die Stadt Goslar, den gesamten deutschen Ehrenfriedhof aus Pflegekosten- und Gestaltungsgründen erneut zu sanieren.
    Am 23.08.2004 wurde mit den umfangreichen Arbeiten auf der Anlage begonnen, die mit der Errichtung eines neuen Hochkreuzes endeten.
    Am 10.11.2004 erfolgte die Übergabe der Anlage aus der baulichen Verantwortung des Volksbundes an die Stadt Goslar.

    Quelle: http://www.volksbund.de/fileadmin/re...fel_goslar.pdf

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    Geändert von Susanne-K. (17.07.2012 um 19:26 Uhr)

  3. #3
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    Zitat Zitat von Susanne-K. Beitrag anzeigen
    Walter Darré (ein deutscher Agrarpolitiker, Schriftsteller und SS-Funktionär in der Zeit des Nationalsozialismus) starb am 5. September 1953 in einer Münchner Privatklinik; beerdigt ist er auf dem Friedhof an der Hildesheimer Straße Goslar
    [I]Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Walther_Darr%C3%A9
    Walther Darré scheint nicht der einzige halbwegs hochrangige NSDAP-Funktionär gewesen zu sein, der in Goslar sein Ende gefunden hat. Auch Helmut Reinke ist hier gestorben. Und ich meine, ich hätte damals ein bisschen recherchiert und herausgefunden, dass auch er auf dem Friedhof Hildesheimer Str. beerdigt wurde. Das hat mich damals deshalb so brennend interessiert, weil ich mal schauen wollte, wie das Grab einer Person aussieht, die aus heutiger Sicht ja eigentlich nur noch verachtet wird. Die linke Szene oder Nachkömmlinge der Opfer von Naziverbrechen werden das Grab ja sicher nicht verschont haben. Aus der Suche ist aber bisher nichts geworden. Das Ganze ist mir erst wieder eingefallen, als ich diesen Artikel gelesen habe. Vielleicht irre ich mich aber auch und er ist nur hier gestorben, wurde aber woanders unter die Erde gebracht. Was den Todesort angeht, scheint Wikipedia aber auch von Goslar auszugehen:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Helmut_Reinke

  4. #4
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    Darré ist gar nicht in Goslar gestorben, sondern in einer Münchener Klinik. Er wurde damals nach Goslar überführt, weil er nach seiner Entlassung aus der Haft in der Nähe gelebt hat und seine Familie hier war.
    Alles Liebe
    Jan

  5. #5
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    Zitat Zitat von AlterSchirm Beitrag anzeigen
    Darré ist gar nicht in Goslar gestorben, sondern in einer Münchener Klinik. Er wurde damals nach Goslar überführt, weil er nach seiner Entlassung aus der Haft in der Nähe gelebt hat und seine Familie hier war.
    Stimmt! Das hatte ich vorher auch noch gelesen, mich dann aber ein bisschen nachlässig ausgedrückt. Danke für die Korrektur!

  6. #6
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    Unglücklich Der Verfall schreitet voran

    Die Aufnahmen sind aktuell (Juli 2012) entstanden.
    Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis das Gebäude zusammenfällt.

    Der Friedhof selbst ist aber nach wie vor wunderschön.
    Ein wenig erinnert er mit seinen Steinbauten und den vielen alten unbearbeiteten Grabsteinen an einen schottischen Friedhof.
    Zum Teil verwildert, zum Teil auf angenehm zurückhaltende Weise gepflegt.
    Die Gräber liegen ein wenig wirr in einem wunderschönen Park mit altem Baumbestand.
    Bei Sonnenschein herrlich anzusehen.
    Bei Nebel bestimmt ein wenig unheimlich.

    Die Grabstätte von Darré habe ich leider nicht gefunden.
    Dafür aber die Grabstätte von einem Ehepaar Lattmann.
    Ob dies wohl die Besitzer der Spielkartenfabrik waren ??
    (siehe auch: http://www.goslarer-geschichten.de/s...light=Lattmann)
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  7. #7
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    Standard

    Zitat Zitat von Susanne-K. Beitrag anzeigen
    Die Aufnahmen sind aktuell (Juli 2012) entstanden.
    Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis das Gebäude zusammenfällt.

    Der Friedhof selbst ist aber nach wie vor wunderschön.
    Ein wenig erinnert er mit seinen Steinbauten und den vielen alten unbearbeiteten Grabsteinen an einen schottischen Friedhof.
    Zum Teil verwildert, zum Teil auf angenehm zurückhaltende Weise gepflegt.
    Die Gräber liegen ein wenig wirr in einem wunderschönen Park mit altem Baumbestand.
    Bei Sonnenschein herrlich anzusehen.
    Bei Nebel bestimmt ein wenig unheimlich.

    Die Grabstätte von Darré habe ich leider nicht gefunden.
    Wenn Du mal einen alten Friedhof im Nebel bewundern möchtest, kann ich Dir Clonmacnoise in Irland am Shannon ans Herz legen. Wir fanden es nur super, nicht nur im Nebel.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Clonmacnoise
    Gruß
    Uwe

  8. #8
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    Unglücklich Ist ne Schande

    Zitat Zitat von Onkel Hotte Beitrag anzeigen
    Hallo zusammen,
    neulich war ich mal wieder auf dem alten Friedhof an der Hildesheimer Str.und müsste sehen dass daß alte Verwaltungsgebäude jetzt soweit zerfallen ist, das es den Winter wohl kaum überstehen wird. Ich glaube das Gebäude steht sogar unter Denkmalschutz, was ja nicht viel heisst wenn
    es sich in Stadtbesitz befindet. Auch die Mausoleen sowie der ganze Friedhof
    befinden sich in einem sehr schlechten Zustand.

    Da meine Oma ewig in dem Verwaltungsgebäude gearbeitet hat und auch immer auf dem Friedhof gewohnt hat kenne ich das Gebäude und den Friedhof noch von früher und finde es traurig das das Gebäude sang und klanglos veschwindet (auch unter Denkmalschutz). Vielleicht können auf dem freiwerdenden Platz ja die Dixi-Klos die jetzt auf dem Friedhof stehen da fest installiert werden. Leider hab ich auch keine Fotos aus besseren Tagen.

    bis dann
    Meine Oma hat in diesem Verwaltungsgebäude fast ihr ganzes Leben gearbeitet und auch auf dem Friedhof gewohnt - in dem Haus wo die Arbeiter ihre Werkzeuge und Umkleiden hatten. Sie saß immer hinter der kleinen Glasfront mit ihrer steinalten Schreibmaschine.
    Bin da schon als 5 oder 6 jähriger abends im Dunklen mit meinem Bruder über den Friedhof und habe die Tore abgeschlossen. (damals war man auf dem Friedhof sicher ;-) )

    Was ist denn schon Denkmalschutz ??? Das wird doch hier in Goslar ganz anders gehandelt - nicht abreißen....einfach lange drüber nachdenken und warten bis es sich ganz erledigt hat !

  9. #9
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    Zitat Zitat von Malposa Beitrag anzeigen
    Walther Darré scheint nicht der einzige halbwegs hochrangige NSDAP-Funktionär gewesen zu sein, ...
    Wir erinnern uns sicherlich alle noch an die heiß diskutierten Gedenktafeln in der Wortstraße:



    Es handelt sich hier zwar nicht um Parteifunktionäre aber um Offiziere, die Hitlers Streitmacht maßgeblich mit aufgebaut und effizient gemacht haben. Eine der Genannten Personen liegt auch an der Hildesheimer Straße begraben:



    Es liegen etliche weitere hohe Offiziere auf diesem Friedhof begraben. Auf den sog. Ehrenfriedhöfen, also in direkter Nachbarschaft, finden wir dann diejenigen, die von Ihnen in den Tod geschickt wurden. Einige Grabstätten von ausländischen Zwangsarbeitern und Kriegsgefangenen runden das Bild ab. Die Täter neben den Opfern? "Im Tode vereint"? Goslar hat einen sehr spannenden Friedhof!

    Beste Grüße

    Bergmönch
    Ich kann freilich nicht sagen, ob es besser werden wird, wenn es anders wird; aber soviel kann ich sagen: es muss anders werden, wenn es gut werden soll. (Lichtenberg)

  10. Danke von:

    Andreas (02.02.2018)

  11. #10
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    Wenn ich so lese, dass mancher unangenehm beruert ist, dass Offiziere der ehemaligen Sreitkraefte neben "Opfern" auf dem Friedhof liegen, sage ich mir: die ganze geschlichtliche Sache ist so vielschichtig und oft auch undurchsichtig, dass ich persoenlich das Richten der Ewigkeit ueberlassen moechte, in der sie sich jetzt befinden! Die Natur einer Armee wird nie voellig menschenfreundlich sein, und wenn wir die Streitkraefte nicht voellig aufgeben , oder aufgeben moechten, haben wir auch heute nichts, worauf wir stolz sein koennen , denn wenn Krieg herrscht, ist alles voellig anders, als wir das so ideell im Frieden hoffen.Jede Armee ist der regierenden Macht verpflichtet , es sei denn sie macht einen Putsch.Das Ganze ist in meinem Empfinden nie ethisch zu loesen, bis die Menschheit in voelligem Frieden zu leben gelernt hat! Man kann ja hoffen, nicht wahr? Gruesse Monika

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