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Thema: Hahndorfer Elsbeere

  1. #1
    † 05.04.2014 Avatar von Wolfgang
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    Standard Hahndorfer Elsbeere

    Die Hahndorfer Elsbeere

    Bäume prägen das Erscheinungsbild eines Ortes. Das gilt für Hahndorf ebenso wie für viele Dörfer des Landkreises Goslar; Bettingerode ist ein prägnantes Beispiel dafür. War es in Hahndorf einst die Försterbergbuche, die als Wahrzeichen des Ortes von der Höhe des Försterberges weit ins Land im Innerstetal hinein zu erkennen war, so sind es heute zwei eher unscheinbare unter Naturschutz stehende Bäume, die sich zu den Naturschätzen im Landkreis Goslar zählen dürfen. In der Nummer zehn der Mitteilungen des Naturwissenschaftlichen Vereins Goslar auf den Seiten 64 und 104 nachzulesen.
    Die Verfasser Anke Kätzer und Martin Bollmeier dieses kleinen Bandes haben als Untertitel gewählt „Geheimnis – Schönheit – Bedeutung von Naturdenkmalen und anderen wertvollen Naturschöpfungen“. Im Begleittext auf der Rückseite des Buchdeckels sprechen sie davon: “Bei den >Naturschätzen des Landkreises Goslar< handelt es sich überwiegend um kleinflächige
    Naturschöpfungen, die sich durch eine besondere Eigenart und Schönheit auszeichnen.“
    Die Schrift ist unterteilt nach einem Vorwort in die Kapitel ‚Naturdenkmale und andere wertvolle Naturschöpfungen’ mit sieben Untertiteln; ‚Funktion und Bedeutung von Bäumen’, untergliedert in 15 Abschnitten; ‚Parks und historische Grünanlagen’; ‚Quellen’; ‚Geologische Objekte’ mit vier Einzeltiteln; eine tabellarische Übersicht’; ein Literaturverzeichnis und zum Schluss vereinsinterne Nachrichten des Naturwissenschaftlichen Vereins Goslar.
    Beigefügt ist eine Karte, die mit farblich unterschiedlichen, figürlichen Symbolen alle Naturschätze noch einmal übersichtlich darstellt und das
    Wiedefinden der Objekte erleichtert.
    Die beiden Naturdenkmale in der Gemarkung Hahndorfs liegen sowohl innerorts als auch im Wald des sogenannten Bauernholzes. Die erwähnte Karte weist sie mit entsprechendem Symbol als Einzelbäume aus. Es handelt sich dabei im Dorf um die gegenüber der Einmündung der Wasserstraße in den Weißen Weg in einem Vorgarten stehende Kastanie und zum anderen um eine in einem Mischwald nördlich von Hahndorf in den sogenannten Fischerköpfen etwas abseits stehende Elsbeere. Letzteres Exemplar ist in seiner Art relativ selten, während die Rosskastanie recht häufig in dörflichen Vorgärten vorkommt; bei diesem Baum ist es seine ‚ins Auge fallende’ Mächtigkeit.
    Wir erfahren einige „persönliche Daten“ was den Stammumfang, den Stammdurchmesser, die Höhe, die Lage, das Alter – die Kastanie wurde 1905 gepflanzt, hat also verschiedene Perioden der deutschen Geschichte des 20. Jahr-hundert ‚hautnah’ miterlebt – und den Zeitpunkt der Unterschutzstellung anbetrifft. Während das Alter der Elsbeere mit ungefähr 200 Jahren nur geschätzt werden kann, steht es für die Rosskastanie exakt fest. Für beide Bäume ist das Jahr der Ausweisung als Naturdenkmal genau bekannt: Für die Elsbeere (bot. Sorbus torminalis) wurde der Schutz bereits 1964 ausgesprochen, ein Vierteljahrhundert später, nämlich 1989, wurde das gleiche Ziel für die Rosskastanie (bot, aesculus hippocastanum) erreicht.
    Abseits des Weges von Hahndorf zur ehem. Grube Georg-Friedrich an der Bergkuppe ‚Spitzer Hai’ ca. 200 m westlich der höchsten Erhebung der
    ‚Fischerköpfe’ etwas versteckt im sie umgebenden Mischwald steht mit ihrem charakteristischen Drehwuchs der Stammes – dieser ist zum Teil mit Efeu und Flechten bewachsen – gleich einem Fremdling die Elsbeere mit ihrer ungefähren Höhe von 30 Metern. Dieses Exemplar der relativ seltenen Baumart in unseren mitteleuropäischen Breiten in dieser beeindruckenden Größe ist im Landkreis Goslar einmalig.
    Ihre eigentliche Heimat ist der Kaukasus und Kleinasien, vielleicht noch Südeuropa. Diese wärmeliebende, langsamwüchsige Halbschattenbaumart ist bei uns hauptsächlich in Eichen-Hainbuchen-Mischwäldern vertreten und bevorzugt kalkreiche sonnige Hänge. Die Elsbeere bei Hahndorf ist mit dem geschätzten Alter von 200 Jahren recht alt, denn diese Baumart wird eigentlich nur durchschnittlich 100 Jahre alt.
    Die weißen Blüten sind wenig auffällig und werden von Insekten bestäubt. Die Früchte reifen spät, sind kugelig, braun mit hellen Punkten und schmecken säuerlich. Die Samen werden durch Vögel verbreitet. Die reifen, teigigen Früchte wurden früher auf Grund ihres hohen Gerbstoffgehaltes gegen Ruhr und Durchfall benutzt. Das harte und farbige Holz des Stammes findet in der
    Möbeltischlerei und im Flötenbau Verwendung.


    Quelle: Naturschätze im Landkreis Goslar, Bd. 10, 2007 „Die Elsbeere ist etwas versteckt im Wald an der Bergkuppe „Spitzer Hai“ ca. 200 m westlich der höchsten Erhebung der Fischerköpfe zu finden. [...]Charakteristisch für diesen Baum ist der deutliche Drehwuchs des Stammes. Der Kronendurchmesser des Baumes beträgt 12 m.“Quelle: Naturschätze im Landkreis Goslar, Bd. 10, 2007

    Nachsatz:
    Der Gifhorner Kreiskalender für das Jahr 2012 enthält einen Aufsatz unter dem Titel „Die Elsbeere (Sorbus terminalis) – Ein Baum mit Geschichte und Zukunft“ mit dem Untertitel „Ein großes heimisches Rosengewächs und ein unbekannter Waldbaum. Baum des Jahres 2011“.
    Joseph Gayger (Text), Adel Swelim (Aquarell)
    Darin enthalten sind viele informierende und interessante Einzelheiten dieses in unseren heimischen Wäldern sehr selten gewordenen Baumes. Der Text ist durchaus lesenswert.

  2. #2
    Wasserknecht Avatar von Mandy_H
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    Standard

    Die Rosskastanie ist übrigens ne tolle Heilpflanze und hilft bei Entzündungen und Venenleiden (Quelle: http://www.docjones.de/wirkstoffe/rosskastanie)

  3. #3
    † 05.04.2014 Avatar von Wolfgang
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    Standard Zürgelbaum

    Die zwei Vergessenen und wenig Beachteten

    Geradezu als ein ‚Baumfremdling’ in unserem Hahndorf und als solcher nicht einmal erkannt, steht auf der Westseite des dreistöckigen Gebäudes im Vorgarten des evangelischen Pfarrhauses am Mittelring (= zeitweilig diente das Haus bis Ende des ersten Viertels des 20. Jahrhunderts für über 100 Jahre als katholische Volksschule, die wegen Schülermangels geschlossen worden war, später – nach einer unrühmlichen Periode als Schulungsheim einer Massenorganisation während der Herrschaft der braunen Machthaber – bis zu deren Auflösung Büro der politischen Gemeinde Hahndorf), ein Baum mit dem wissenschaftlichen Namen >Celtis<, besser bekannt unter der Bezeichnung Zürgel- oder Nesselbaum.
    Zuhause ist diese sommergrüne Baumart in den nördlichen klimatisch gemäßigten Gebieten unseres Erdballs. Sie gehört zur Gattung der rosenartigen Hanfgewächsen. Manchmal bilden sich Wurzelschösslinge. Der europäische Zürgelbaum wird auch „Celtis australis“ genannt. Weltweit spricht man von 60 bis 100 Unterarten.
    Die Borke (= oft auch ‚Rinde’ genannt) ist meistens grau. An den Zweigen sitzen – wechselständig und zweizeilig – Laubblätter mit gesägtem Rand. Die unscheinbaren Blüten sind meist eingeschlechtlich, selten zwittrig. Die männlichen Blüten stehen als Büschel im unteren Teil der diesjährigen Zweige. Die gestielten, Zwitterblüten sitzen einzeln blattachselständig im oberen Teil der Zweige. Zürgelbäume bilden kugelige Steinfrüchte. Bei einigen Arten ist das rote bis schwarze Fruchtfleisch essbar, wenn auch der darin enthaltene Samen sehr groß ist.
    Einmalig ist eine weitere Baumart, in der Hahndorfer Forst gibt es eine Elsbeere. Sie steht ein wenig abseits etwas versteckt an der Bergkuppe „Spitzer Hai“ am nordöstlichen Ende des „Kleiholzes“. Sein Alter ist nicht überliefert, wird jedoch auf ca. 200 Jahre geschätzt. Als Naturdenkmal ausgewiesen ist der Baum, der durch seine beeindruckende Größe und einen Kronendurchmesser von rund 12 m in ihm umgebenden Laubmischbestand etwa 200 m westlich der „Fischerköpfe“ auffällt. Der deutliche Drehwuchs des Stammes ist bei diesem Baum charakteristisch.
    In den Mitteilungen des Naturwissenschaftlichen Vereins Goslar „Naturschätze im Landkreis Goslar“ aus dem Jahre 2007 sind auf den Seiten 104 ff. weitere interessante Einzelheiten über diese selten bei uns anzutreffende Baumart nachzulesen, vor allem über die Verwendung und Färbung seines Holzes.

  4. #4
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    Standard Elsbeere

    Die Hahndorfer Elsbeere

    Bäume prägen das Erscheinungsbild eines Ortes. Das gilt für Hahndorf ebenso wie für viele Dörfer des Landkreises Goslar; Bettingerode ist ein prägnantes Beispiel dafür. War es in Hahndorf einst die Försterbergbuche, die als Wahrzeichen des Ortes von der Höhe des Försterberges weit ins Land im Innerstetal hinein zu erkennen war, so sind es heute zwei eher unscheinbare unter Naturschutz stehende Bäume, die sich zu den Naturschätzen im Landkreis Goslar zählen dürfen. In der Nummer zehn der Mitteilungen des Naturwissenschaftlichen Vereins Goslar auf den Seiten 64 und 104 nachzulesen.
    Die Verfasser Anke Kätzer und Martin Bollmeier dieses kleinen Bandes haben als Untertitel gewählt „Geheimnis – Schönheit – Bedeutung von Naturdenkmalen und anderen wertvollen Naturschöpfungen“. Im Begleittext auf der Rückseite des Buchdeckels sprechen sie davon: “Bei den >Naturschätzen des Landkreises Goslar< handelt es sich überwiegend um kleinflächige
    Naturschöpfungen, die sich durch eine besondere Eigenart und Schönheit auszeichnen.“
    Die Schrift ist unterteilt nach einem Vorwort in die Kapitel ‚Naturdenkmale und andere wertvolle Naturschöpfungen’ mit sieben Untertiteln; ‚Funktion und Bedeutung von Bäumen’, untergliedert in 15 Abschnitten; ‚Parks und historische Grünanlagen’; ‚Quellen’; ‚Geologische Objekte’ mit vier Einzeltiteln; eine tabellarische Übersicht’; ein Literaturverzeichnis und zum Schluss vereinsinterne Nachrichten des Naturwissenschaftlichen Vereins Goslar.
    Beigefügt ist eine Karte, die mit farblich unterschiedlichen, figürlichen Symbolen alle Naturschätze noch einmal übersichtlich darstellt und das
    Wiederfinden der Objekte erleichtert.
    Die beiden Naturdenkmale in der Gemarkung Hahndorfs liegen sowohl innerorts als auch im Wald des sogenannten Bauernholzes. Die erwähnte Karte weist sie mit entsprechendem Symbol als Einzelbäume aus. Es handelt sich dabei im Dorf um die gegenüber der Einmündung der Wasserstraße in den Weißen Weg in einem Vorgarten stehende Kastanie und zum anderen um eine in einem Mischwald nördlich von Hahndorf in den sogenannten Fischerköpfen etwas abseits stehende Elsbeere. Letzteres Exemplar ist in seiner Art relativ selten, während die Rosskastanie recht häufig in dörflichen Vorgärten vorkommt; bei diesem Baum ist es seine ‚ins Auge fallende’ Mächtigkeit.
    Wir erfahren einige „persönliche Daten“ was den Stammumfang, den Stammdurchmesser, die Höhe, die Lage, das Alter – die Kastanie wurde 1905 gepflanzt, hat also verschiedene Perioden der deutschen Geschichte des 20. Jahr-hundert ‚hautnah’ miterlebt – und den Zeitpunkt der Unterschutzstellung anbetrifft. Während das Alter der Elsbeere mit ungefähr 200 Jahren nur geschätzt werden kann, steht es für die Rosskastanie exakt fest. Für beide Bäume ist das Jahr der Ausweisung als Naturdenkmal genau bekannt: Für die Elsbeere (bot. Sorbus torminalis) wurde der Schutz bereits 1964 ausgesprochen, ein Vierteljahrhundert später, nämlich 1989, wurde das gleiche Ziel für die Rosskastanie (bot, aesculus hippocastanum) erreicht.
    Abseits des Weges von Hahndorf zur ehem. Grube Georg-Friedrich an der Bergkuppe ‚Spitzer Hai’ ca. 200 m westlich der höchsten Erhebung der
    ‚Fischerköpfe’ etwas versteckt im sie umgebenden Mischwald steht mit ihrem charakteristischen Drehwuchs der Stammes – dieser ist zum Teil mit Efeu und Flechten bewachsen – gleich einem Fremdling die Elsbeere mit ihrer ungefähren Höhe von 30 Metern. Dieses Exemplar der relativ seltenen Baumart in unseren mitteleuropäischen Breiten in dieser beeindruckenden Größe ist im Landkreis Goslar einmalig.
    Ihre eigentliche Heimat ist der Kaukasus und Kleinasien, vielleicht noch Südeuropa. Diese wärmeliebende, langsamwüchsige Halbschattenbaumart ist bei uns hauptsächlich in Eichen-Hainbuchen-Mischwäldern vertreten und bevorzugt kalkreiche sonnige Hänge. Die Elsbeere bei Hahndorf ist mit dem geschätzten Alter von 200 Jahren recht alt, denn diese Baumart wird eigentlich nur durchschnittlich 100 Jahre alt.
    Die weißen Blüten sind wenig auffällig und werden von Insekten bestäubt. Die Früchte reifen spät, sind kugelig, braun mit hellen Punkten und schmecken säuerlich. Die Samen werden durch Vögel verbreitet. Die reifen, teigigen Früchte wurden früher auf Grund ihres hohen Gerbstoffgehaltes gegen Ruhr und Durchfall benutzt. Das harte und farbige Holz des Stammes findet in der
    Möbeltischlerei und im Flötenbau Verwendung.


    Quelle: Naturschätze im Landkreis Goslar, Bd. 10, 2007 „Die Elsbeere ist etwas versteckt im Wald an der Bergkuppe „Spitzer Hai“ ca. 200 m westlich der höchsten Erhebung der Fischerköpfe zu finden. [...]Charakteristisch für diesen Baum ist der deutliche Drehwuchs des Stammes. Der Kronendurchmesser des Baumes beträgt 12 m.“Quelle: Naturschätze im Landkreis Goslar, Bd. 10, 2007

    Nachsatz:
    Der Gifhorner Kreiskalender für das Jahr 2012 enthält einen Aufsatz unter dem Titel „Die Elsbeere (Sorbus terminalis) – Ein Baum mit Geschichte und Zukunft“ mit dem Untertitel „Ein großes heimisches Rosengewächs und ein unbekannter Waldbaum. Baum des Jahres 2011“.
    Joseph Gayger (Text), Adel Swelim (Aquarell)
    Darin enthalten sind viele informierende und interessante Einzelheiten dieses in unseren heimischen Wäldern sehr selten gewordenen Baumes. Der Text ist durchaus lesenswert.

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