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Thema: Der Königsweg

  1. #1
    † 05.04.2014 Avatar von Wolfgang
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    Standard Der Königsweg

    G r a u h ö f e r F l u r n a me n

    Heutzutage haben Flurnamen ihre Bedeutung verloren. Sie werden nicht mehr benutzt im Zeitalter der katasteramtlichen Messtischblätter und Grundkarten, sind oftmals einer breiten Öffentlichkeit nicht mehr bekannt, was ihre Bezeichnung und ihre ‚geografische Lage’ anbetrifft. Sie sind sozusagen „aus der Mode gekommen“. In früheren Zeiten, in einer landwirtschaftlichen Gesellschaft waren sie wichtige Abgrenzungsbezeichnungen und Wegemarkierungen in einer plastischen, bildhaften Sprache, die jedermann verstand
    Auf der aktuellen Grundkarte Goslar-Grauhof sowie auf der Karte (M=1:7500) von Konrad Motz, Kenntnisstand auf der Basis von Zahlen und Fakten von 1997 sind noch einige Flurnamen dieses nördlichen Stadtgebietes eingetragen, vor allem rund um das Gut Grauhof. Beispielhaft sollen sie hier genannt und beschrieben werden.
    „Am Lehmwege“: Er zu einem Fundort von Lehm, den man früher zum Düngen mitbenutzte. Den Hang, den die B 82 – die alte Braunschweiger Landstraße – zum Birkenhof hinanführt, nannte man im Volksmund „Stöhnebrink“. Diese Nennung bringt sehr bildhaft zum Ausdruck, was einst die Leute taten, die sich fußläufig oder mit ihren Fahrzeugen auf schlechten Wegen den Hang hinaufquälten: Stöhnen ob der Anstrengung.
    An der Kreuzung von B 82 und K1 liegt östlich im Winkel der Bundesstraße der südlich der Kreisstraße die „Lehmgrube“: Nach starken Regenfällen bildet sich heute noch an dieser Stelle ein großer, flacher und nicht sehr tiefer Teich,; ein Zeichen für die Undurchlässigkeit des Untergrunds des Bodens. Im Winkel von Bundesstraße und Kreisstraße liegt auf der Westseite und nördlich der K 1 „Der sohre Anger“ (=vermutlich ein sprachlicher Hinweis auf die Bodenqualität) und die Flurbezeichnung „Dörger Krug“ (= Hier muss wohl einst an der Braunschweiger Landstraße weit vor den Toren der Stadt für den müden Wanderer oder Fuhrmann ein Ausschank oder Absteigequartier gewesen sein; der Wortteil „Krug“ lässt darauf schließen. Ein Gastwirt wurde früher auch >Krüger< bezeichnet; er servierte zur Erfrischung und zum Durststillen Getränke in einem Gefäß, in einem ‚Krug’.)
    Wege zum Ohlhof und zum Grauhof von Goslar gab es wohl auch schon. In westlicher Richtung vom Dörger Krug befand sich der „Mittelkamp“ und nördlich davon der „Hopfenberg“, der an seiner höchsten Stelle 238,5 m über NN misst. An seinen Hängen wurde vor Zeiten Hopfen (= benötigt zum Bierbrauen) angebaut – den man in der Stadt, gewiss aber auch in dem Kloster am Fuße des ‚Berges’ – benötigte. (= Wir kennen ja die Redewendung: Hopfen und Malz, Gott erhalt’s!)
    Fährt oder geht man auf der K 1 weiter in Richtung des Gutes weiter, so liegt zur rechten Hand der 234,1 m hohe „Windmühlenberg“, fast so hoch wie der Hopfenberg. Unsicher beantwortet bleibt zunächst die Frage: Ob es auf ihm einst eine Windmühle stand, denn windig genug ist es auf dieser ‚Höhe’. Am ‚Fuße’ des Windmühlenberges am Beginn des „Immenröder Wegs“ in der ‚Ortsmitte’ befindet sich das Naturdenkmal der „13 Heiligen Linden“ Südlich des Windmühlenberges ist der „Buchenkamp“ zu finden. Ganz sicher bedeckt ihn das „Einhundert-Morgen“-Land; ein Feld, das etwas über seine Größe aussagt.
    Im Kurvenbereich der K 1 am Fuße des Windmühlenberges befand sich rechter Hand vor dem ehemaligen Bahnkörper die „Dreckwiese“, offensichtlich zum Ackerbau nicht brauchbar und deshalb offensichtlich als Futter-/Weidewiese genutzt. Östlich davon liegt das Flurstück „Großer Hofkamp“. Weiter im Norden – jenseits des einstigen Bahnkörpers – liegt die „Jürgenwiese“, (Ein Teil der Jürgenwiese trägt die Bezeichnung „Hollernwiese“, die „Hackelwiese“ und das „Krugland“: letzteres hat sich im Besitz befunden (oder wurde vom Wirt des Kruges als Pachtland benutzt) des Dörgenkruges (?) befunden. Südlich davon befand sich der „Hopfenanger“. Unmittelbar am „Weinberg“ südlich der Hahndorfer Kleinsthofsiedlung, nördlich des Kruglandes liegt „Die Schaefferwiese“ (= Bezeichnung mehrdeutig!)
    Westlich des Kruglandes/der Jürgenwiese befinden sich noch immer die beiden Teichgewässer: der „Mühlenteich“ (= Dort befand sich einst eine Mühle.) und der „Pfahlteich“, der auch >Fule Teich< (= fauliges Wasser enthaltend (?)) genannt wurde. Weiter westlich liegt der „Waldteich“. Immerhin, der Flurname „Mühlenbreite“ südlich der Kreisstraße lässt diesen Schluss zu. Unmittelbar neben dem ehemaligen Bahnkörper am Weg nach Hahndorf liegt „Der runde Teich“:
    Im 17. Jahrhundert wurde das Kloster von ‚grauen’ (= wegen der grauen Farbe ihrer Kutten) Mönchen gegründet. Die verschiedenen Teiche von Grauhof – es sind noch mehr als die beiden bislang namentlich Genannten; Rechter Hand des Weges nach Hahndorf liegt z. B. der „Runde Teich“ - legen die Vermutung nahe, dass sie zu Klosterzeiten der Fischzucht dienten.
    Getrennt durch einen Weg von der Mühlenbreite befindet sich am Hang des Hopfenberges der „Brunnenkamp“: Einstmals waren hier wohl ein oder mehrere Brunnen. Nach Westen schließt sich das Waldgebiet „Sachsenhai“ an. Nördlich des Mühlenteiches und im Osten begrenzt durch den Weg nach Hahndorf liegt der „Untere Brand“: Durch dieses Waldstück führt als Abkürzung des Fußweges nach Hahndorf der „Papenstieg“.
    Schon auf Immenröder Gemarkung befinden sich östlich der Jürgenwiese und des Hofkamps die Flurstücke „Im Gräbig“ (= das hat sicherlich etwas mit ‚graben’ zu tun) und „Im Kirchenholze“ (= Hinweis auf den Besitzer) bis zur B 82. Östlich des nach Oker ins Steinfeld führenden Weges um die ‚sieben Teiche’ liegt am Hang des Sudmerberges die „Grauhöfer Klosterweide östlich der B 6n und östlich des Flurstückes „Kleine Dreckwiese“, dem Kloster zugehörig und als Viehweide genutzt.
    Wolfgang Janz

  2. #2
    † 05.04.2014 Avatar von Wolfgang
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    Standard Der Königsweg

    Verbunden mit der großen weiten Welt über die engere Heimat hinaus?
    Die Rede ist von Ha(h)ndorf/einst Hanenthorp – das „hoch“ gelegene Dorf, so die Deutung des Ortsnamens – eine mittelalterliche, bäuerlich geprägte Streusiedlung an einem Wasserlauf, dem sogenannten „Sülbach“.
    Es handelt sich dabei um eine von mehreren Spuren der so genannten „alten Straße“, einer bereits vor dem Mittelalter existenten vorhandenen und häufig benutzten West-Ost-Verbindung über Flüsse und Höhen. Häufig führte der Weg durch unwegsames, mindestens aber unübersichtliches Gelände in einer stark bewaldeten Landschaft, als Weg kaum breiter als eine Wagenspur mit ausgefahrenen Spurrillen der Räder. Dieser West-Ost-Weg war eine Wegeverbindung zwischen den einzelnen Wohnplätzen, den Pfalzen mittelalterlicher Herrscher. Kam von daher die Bezeichnung >Königsweg<? -
    Zu Beginn des 21. Jahrhunderts taten sich einige interessierte Leute zusammen, um den Verlauf dieses Königsweges sozusagen in der vorhandene Landschaft unserer „Jetztzeit“ sichtbar >nachzuzeichnen<. Dazu entstanden nach entsprechender Vorarbeit moderne Karten und draußen in der Natur Wegweiser und Hinweistafeln. Als verbindendes, immer wiederkehrendes Kennzeichen wurde als „sprechendes Symbol“ eine „Königskrone“ ausgewählt. (= Siehe Abbildung am Ende des Artikels!)
    So viel steht fest: Der Weg kommt von Langelsheim her von der oberhalb des Flusslaufes der „Innerste“ an einem Steilufer des Kansteins gelegen habenden Kansteinburg und führte über die Siedlung Jerstedt, folgte nach dem Ort einen Bachlauf nach Osten, berührte das Anwesen der Edlen von Stapelen - die später ‚de Goslaria’ hießen - führt nördlich ein Stück gemeinsam mit dem alten Süd-Nord-Heerweg verlaufend, um dann in Richtung Osten auf dem Heesweg nach Hahndorf (Hanenthorp) abzubiegen.
    An der „Alten Meine“, in der Nähe des damals noch nicht vorhandenen späteren „Paterhofes“ – hinter „Alte Meine“ versteckt sich der Begriff der „Allmende“, das ist die von der Dorfgemeinschaft gemeinsam genutzten Ackerfläche (oftmals Viehweide), meistens in Ortsnähe liegend – stößt dieser Königsweg auf die Jerstedter Straße, folgt ihrem Verlauf bis zur Ortsmitte, bevor er bei dem Dorfkrug, der schon immer an dieser Stelle in der Ortsmitte lag, in den heutigen Grubenweg Richtung Nord abbiegt und bis zum „Sülbach“ in Eichtung Osten diesem Verlauf folgt.
    An der „Kreuzung“ der jetzigen Kreisstraße mit dem Bachlauf des Sülbaches – wobei in früheren Zeiten vor der Flurbereinigung in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts dieser Bachlauf ganz sicher nicht so schnurgerade war wie jetzt – folgt der Königsweg ein kurzes Stück dem Bachlauf und überquert den „weißen Weg“; bevor einem ausgewaschenen Weg zum „Bauernzwickel“ bergan weiter nach Osten geht und dicht vor dem Gipfel an der Sandkuhle auf dem Försterberg nach links in nördlicher Richtung durch bewaldetes Gebiet weiter bergaufwärts seinem vorläufigen Ziel der „Meseburg“ oberhalb Weddingens entgegenstrebt.
    (Anmerkung: Wer mehr über diesen „Königsweg“ erfahren möchte, sollte in dem Büchlein „Der Königsweg, auf den Spuren deutscher Kaiser und Könige“, ISBN978-3- 926560-54-4, Ostfalia-Verlag Osterwieck nachlesen.)

  3. #3
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    Verbunden mit der großen weiten Welt über die engere Heimat hinaus?
    Die Rede ist von Ha(h)ndorf/einst Hanenthorp – das „hoch“ gelegene Dorf, so die Deutung des Ortsnamens – eine mittelalterliche, bäuerlich geprägte Streusiedlung an einem Wasserlauf, dem sogenannten „Sülbach“.
    Es handelt sich dabei um eine von mehreren Spuren der so genannten „alten Straße“, einer bereits vor dem Mittelalter existenten vorhandenen und häufig benutzten West-Ost-Verbindung über Flüsse und Höhen. Häufig führte der Weg durch unwegsames, mindestens aber unübersichtliches Gelände in einer stark bewaldeten Landschaft, als Weg kaum breiter als eine Wagenspur mit ausgefahrenen Spurrillen der Räder. Dieser West-Ost-Weg war eine Wegeverbindung zwischen den einzelnen Wohnplätzen, den Pfalzen mittelalterlicher Herrscher. Kam von daher die Bezeichnung >Königsweg<? -
    Zu Beginn des 21. Jahrhunderts taten sich einige interessierte Leute zusammen, um den Verlauf dieses Königsweges sozusagen in der vorhandene Landschaft unserer „Jetztzeit“ sichtbar >nachzuzeichnen<. Dazu entstanden nach entsprechender Vorarbeit moderne Karten und draußen in der Natur Wegweiser und Hinweistafeln. Als verbindendes, immer wiederkehrendes Kennzeichen wurde als „sprechendes Symbol“ eine „Königskrone“ ausgewählt. (= Siehe Abbildung am Ende des Artikels!)
    So viel steht fest: Der Weg kommt von Langelsheim her von der oberhalb des Flusslaufes der „Innerste“ an einem Steilufer des Kansteins gelegen habenden Kansteinburg und führte über die Siedlung Jerstedt, folgte nach dem Ort einen Bachlauf nach Osten, berührte das Anwesen der Edlen von Stapelen - die später ‚de Goslaria’ hießen - führt nördlich ein Stück gemeinsam mit dem alten Süd-Nord-Heerweg verlaufend, um dann in Richtung Osten auf dem Heesweg nach Hahndorf (Hanenthorp) abzubiegen.
    An der „Alten Meine“, in der Nähe des damals noch nicht vorhandenen späteren „Paterhofes“ – hinter „Alte Meine“ versteckt sich der Begriff der „Allmende“, das ist die von der Dorfgemeinschaft gemeinsam genutzten Ackerfläche (oftmals Viehweide), meistens in Ortsnähe liegend – stößt dieser Königsweg auf die Jerstedter Straße, folgt ihrem Verlauf bis zur Ortsmitte, bevor er bei dem Dorfkrug, der schon immer an dieser Stelle in der Ortsmitte lag, in den heutigen Grubenweg Richtung Nord abbiegt und bis zum „Sülbach“ in Eichtung Osten diesem Verlauf folgt.
    An der „Kreuzung“ der jetzigen Kreisstraße mit dem Bachlauf des Sülbaches – wobei in früheren Zeiten vor der Flurbereinigung in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts dieser Bachlauf ganz sicher nicht so schnurgerade war wie jetzt – folgt der Königsweg ein kurzes Stück dem Bachlauf und überquert den „weißen Weg“; bevor einem ausgewaschenen Weg zum „Bauernzwickel“ bergan weiter nach Osten geht und dicht vor dem Gipfel an der Sandkuhle auf dem Försterberg nach links in nördlicher Richtung durch bewaldetes Gebiet weiter bergaufwärts seinem vorläufigen Ziel der „Meseburg“ oberhalb Weddingens entgegenstrebt.
    (Anmerkung: Wer mehr über diesen „Königsweg“ erfahren möchte, sollte in dem Büchlein „Der Königsweg, auf den Spuren deutscher Kaiser und Könige“, ISBN978-3- 926560-54-4, Ostfalia-Verlag Osterwieck nachlesen.)

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